„Re-Animator“ nochmals aufgewärmt: Ein Arzt verabreicht Toten, Halbtoten und Scheintoten ein Serum, doch die Reanimierten werden zu fleischrünstigen Bestien.
Was Macher Eric Forsberg da fabriziert hat, geht wohl am ehesten als Splatter-Trash durch, mit viel Blut und Körperteilen, aber einer einfältigen und wenig überzeugenden Story.
Im Mittelpunkt steht Arzt Dr. Schreklich, der vor einem Jahr Frau und Tochter bei einem Unfall verlor, sie im Zuge seiner Forschungen aber zu neuem Leben erwecken konnte, obgleich das Serum noch nicht ganz ausgereift ist. Deshalb hält er sie in seiner Privatklinik hinter verschlossenen Türen und versorgt sie zwischenzeitlich mit menschlichen Blut und Innereien.
Als Schreklichs Neffe und dessen schwangere Freundin, die sich ebenfalls im Hospital aufhalten, von den geheimen Experimenten erfahren, ist bereits eine Zombieepidemie ausgebrochen.
Leider will der Funke zu keiner Zeit so recht überspringen, da sich 95 % der Handlung im äußerst karg ausgestatteten Hospital abspielt und keine der Figuren einen ansprechenden Charakter offenbart.
Da gibt es neben dem Arzt und einigen Krankenschwestern noch einen debilen Assistenten, der eine Mischung aus Nazi-Riesenbaby und Catcher darstellt, einen Hit von Heinz Rudolf Kunze singt und nicht viel mehr als „Das geht guuuut“ über die Lippen bringt.
Seine Synchro wurde teilweise mit Hall ausgestattet, als ob die tiefe Stimme nicht schon doof genug klänge, - bringt aber immerhin ein paar Schmunzler, was insgesamt eher ausbleibt.
Daneben fallen weitere Personen kaum auf. Docs Neffe bleibt bis zum Schluss völlig unscheinbar und auch dessen schwangere Freundin weiß kein Mitfiebern zu entfachen, obgleich sie der Heldenrolle am nahesten kommt.
Ferner gibt es noch ein Elternpaar, welches ihre stark blutende Tochter ins Hospital einliefert, woraufhin sich zwei davon nach einer misslungenen Bluttransfusion und Verabreichung des Serums in Zombies verwandeln. Weitere Zombies hausen bereits hinter verschlossenen Türen und werden passend zum Showdown freigelassen, darunter natürlich auch Frau und Tochter des Arztes.
Mal abgesehen von der gänzlich hanebüchenen Story häufen sich im Verlauf aber einfach blöde Szenen, die noch nicht einmal humorvoll oder sonst wie ansprechend ausfallen.
Da wird der kleinen Tochter ein Napf mit Blutzeug hingestellt, bis Mutter ihn ihr entreißt und sich selber darüber hermacht, wobei ihr dabei direkt eine Hupe aus dem Kleidchen kullert.
Auffallend auch die medizinisch unprofessionelle Ausstattung des Hospitals und die operative Herangehensweise des Arztes. Da finden sich weder technische Geräte, noch hält es der Arzt für notwendig, während medizinischer Eingriffe einen Mundschutz zu tragen, sein Assistent trägt noch nicht einmal Handschuhe.
Gesteigert werden solche Skurrilitäten nur noch von einem schreienden Frosch, der sich nach Verabreichung des Serums über seinen Peiniger hermachen möchte und kreischender Organe, die als Nebenwirkung offenbar ein Eigenleben entwickeln.
Was den Streifen letztlich vor einem miesen Abschneiden rettet, sind die überaus zahlreich auftretenden Splattereffekte, die nahezu jeden Gorehound glücklich machen dürften.
Allgemein finden sich reichlich Blut und Gedärm in den Kulissen verteilt, da wird an toten oder lebenden Körpern herumgeschnippelt, mit Innereien gespielt, ein Schädel zertrümmert, ein Kopf abgerissen, ein Gehirn angeknabbert und im letzten Drittel mit blutigen Kopfschüssen aufgetrumpft.
Die Ausstattung der Effekte kann sich größtenteils sehen lassen, nur gegen Ende wird ein Blaufilter eingesetzt und der Schauplatz ein wenig abgedunkelt, was auf Kosten des Expliziten geht. Ansonsten bietet sich ein Schlachtfest, das den Zombiefilmfan zumindest in diesen Belangen zufrieden stellen kann.
Nur mangelt es hier leider von vorne bis hinten an Drive, Abwechslung und Überraschungen.
Das ist auf Dauer schlicht eintönig, wenn man als Zuschauer lediglich zwei, drei Räume zu sehen bekommt, die sich in ihrer Kargheit auch noch ähneln. Zudem sind sämtliche Darsteller durch die Bank farblos und liefern entsprechend hölzerne Darbietungen.
Auffällig hier noch Lola Forsberg, die Tochter des Regisseurs, die zwar brauchbar performt, als Sechsjährige jedoch mit allerlei Kunstblut, Zombiesein und Gewalt konfrontiert wurde und von dieser Rolle sicherlich bis kurz nach der Pubertät traumatisiert sein dürfte, - sofern Papa sie nicht mal in vernünftigen Filmen auftreten lässt.
Leider zeichnet sich das ganz und gar nicht ab, denn ein Sequel ist bereits in Planung und dürfte bei diesem erahnbar makaberen Ausgang auch kaum verwundern.
Meinetwegen ruhig eine weitere blutige Metzelorgie, aber dann bitte mit Figuren zum Mitfiebern und etwas mehr als nur einem Schauplatz, - vielleicht gefällt´s mir ja dann.
Knapp
4 von 10