Die schwangere Anais kommt ins Krankenhaus, um ihr Kind auf die Welt zu bringen. Doch dieses Sanatorium birgt ein schreckliches Geheimnis. Todgeweihten Patienten wird ein Serum verabreicht, das sie wieder zum Leben erweckt und sie zu Ghouls und Zombies macht. Als Anais das Geheimnis entdeckt, ist es für sie und ihr ungeborenes Kind fast zu spät. Um aus dem Krankenhaus fliehen zu können, muss sie sich mit einem Zombie verbünden. Doch damit löst sie eine grausame Blutorgie aus...
"Grauenvoller als Re-Animator"
Diese Schlagzeile springt dem Zuschauer vom DVD-Cover förmlich ins Auge und in gewissem Sinne enthält diese reisserische Aussage auch durchaus eine Menge Wahrheit, denn rein filmisch gesehen ist diese Low Budget-Produktion wirklich ziemlich grausam geraten, aber nicht unbedingt im positiven Sinne. So merkt man dem Film von der ersten Minute an das extrem niedrige Budget von geschätzten 250.000 $ an, denn an Klasse fehlt es an allen Ecken und Enden. So beinhaltet die Geschichte nicht gerade viel an Substanz und ist viel zu dünn geraten, wobei man durchaus die Frage stellen darf, ob inhaltliche Stärke und Tiefe bei einem Film dieser Art unbedingt notwendig erscheint, dessen Ansinnen es offensichtlich von Anfang an ist, lediglich den geneigten Gorehound zu befriedigen. Und Liebhaber der harten und blutigen Welle kommen hier ohne Frage voll auf ihre Kosten, es gibt nämlich massenhaft blutige Passagen zu begutachten, deren Qualität zwar nicht unbedingt die beste ist, die aber jederzeit bestens zu unterhalten wissen.
So sollte man auch sein Hauptaugenmerk auf die reichlich vorhandenen SFX richten und sich keinerlei Gedanken über Logiklöcher und schlechte Darsteller machen, denn auch hiervon gibt es reichlich zu sehen. Vor allem das dargebotene Schauspiel erweckt doch größtenteils den Eindruck von Künstlichkeit, was auch noch zusätzlich durch eine nicht gerade gute Synchronisation unterstüzt wird. So bewegen sich die vorhandenen Dialoge auf unterem Soap-Niveau und glänzen auch nicht durch inhaltliche Brillanz, was aber auch nicht zwingend zu erwarten war. Teilweise entsteht sogar durch die deutschen Synchronstimmen eine eher unfreiwillig komische Art von Humor, die dem Geschehen einen sehr trashigen Anstrich verleiht.
Auch im Bezug auf einen konstanten Spannungsbogen oder eine bedrohlich vorherrschende Atmosphäre sollten die Erwartungen des Betrachters nicht zu hoch angesiedelt sein, denn beide Dinge bewegen sich in einem eher überschaubaren Rahmen. So will bei diesem teils vollkommen sinnbefreiten Gemetzel nie so etwas wie richtige Spannung aufkommen, da das Geschehen doch äusserst vorhersehbar ist und auch die Grundstimmung erhält zu keiner Zeit die Dichte und Bedrohlichkeit, wie man sie doch aus etlichen Klassikern des Zombiefilms her kennt. das liegt sicherlich auch an den sprechenden Untoten, die nicht selten eher grotesk wirken, als das sie eine unheimliche Ausstrahlung hinterlassen würden. Aber wie schon erwähnt, kann man in diesem Werk ruhig einmal beide Augen zudrücken und über all die sehr offensichtlichen Schwächen und Defizite hinwegsehen, da der Härtegrad mehr als nur beachtlich ist und so für einen extrem hohen Unterhaltungsfaktor garantiert, wenn man einfach einmal wieder einen sinnbefreiten Splatter-Gore Film sehen möchte.
Letztendlich merkt man diesem Low Budget Film von Regisseur Eric Forsberg das Budget an allen Ecken und Enden an und man kann sich des Gefühls nicht erwehren, das fast die gesamten 250.000 $, die zur Verfügung standen, in die SFX geflossen sind, denn in dieser Richtung wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Wer also einfach mal einen Film erleben möchte, der sich selbst rein auf den Härtegrad reduziert und so lediglich absolut stumpfe und sinnlose Härte bietet, der ist bei "Night of the Dead" genau an der richtigen Adresse. Wer allerdings auch Wert auf andere Qualitäten legt, der sollte sich ganz genau überlegen, ob dieser Film das Richtige für ihn ist.
Fazit:
"Night of the Dead" ist eine perfekte Schlachteplatte und bietet so völlig stumpfsinnige Film-Kost, die allerdings kurzweilig unterhält. Jedem Gorehound wird das Herz vor Freude in die Höhe schlagen, denn was hier im Bezug auf Härte präsentiert wird, das kann sich jederzeit sehen lassen. In allen anderen Belangen sollte man aber von vornherein seine Ansprüche auf ein absolutes Minimum reduzieren, um keine Enttäuschung zu erleben. Wenn man dazu in der Lage ist, wird man bestens bedient und mehr als kurzweilig unterhalten.
6/10