"Gier nach Gold" aka "Sie töten für Gold" (1934, s/w) von Robert N. Bradbury
...Rod Drew (John Wayne) sucht einen alten Mann auf, den er noch gut als besten Freund seines Vaters in Erinnerung hat. Dieser Freund (James A. Marcus) bittet Rod um eine Herzensangelegenheit, für die er selber mittlerweile zu alt geworden ist:
Er hat einen Bruder namens John, der aber schon vor etwa 20 Jahren nach Kanada gezogen ist, dort auch geheiratet hat und Vater einer Tochter wurde. Es heißt aber, dass John Ball plötzlich verschwunden sei. Verständlicherweise würde der alte Ball gerne seine Nichte sehen, um zu erfahren, was nun wirklich mit seinem Bruder passiert ist. Auch soll sie später mal seine Ranch und die Weiden erben...
Und das war's??? Natürlich nicht - es geht ja noch weiter! ;)
...Kurz darauf macht sich Rod auf den Weg nach Kanada. Im Zug trifft er zufällig auf seinen Freund Wabi (Noah Beery Jr.), den er noch vom College her kennt. Beim Pokerspiel, an dem Wabi teilnimmt wird auf einen Mitspieler geschossen und dummerweise gerät auch Rod mit in diese Sache hinein...
Soweit die Inhaltsangabe zu dieser Geschichte. Das Schöne und Besondere an diesem Film ist jedoch, dass sie nur der Auftakt für eine weitere Story ist, die dann die eigentliche Haupthandlung bildet denn:
...auf der Flucht verstecken sich Rod und Wabi in einem verlassenen Haus und machen dort eine haarsträubende Entdeckung...
Na, was sagt ihr - das hört sich doch richtig spannend an?! Die wirklich schön ausgedachte Geschichte zu diesem Film ist einer der Gründe, warum ich euch neben "Westwärts!" (1935, s/w) und "(Die) Winde der Wildnis" (1936, s/w) einen weiteren John-Wayne-Klassiker aus seinen jungen Jahren vorstellen möchte. ;)
Natürlich muss man, wie bei den anderen beiden genannten Titeln beachten, dass sie steinalt sind und schon aus technischer Sicht einige Schwächen bieten. Wenn man das aber akzeptiert hat - wie bspw. bei den unvergesslichen Dick & Doof Folgen ja auch - hat man viel Freude an den Kurzfilmchen der "Lone Star Productions", die nicht selten auch als Ideenschmiede für künftige Western (mit längerer Laufzeit) herhalten musste.
So, was erwartet einen denn sonst noch, außer dieser besonderen Story mit Doppelhandlung:
- Verfolgungsjagd
- Kanufahrt und Wasserfall
- Prügelei
- rasante Reiterszenen a la Archie Stout, insbesondere im letzten Drittel
- 2 intensivere Massenschießereien
- noch etwas Kostbares (siehe Filmtitel)
- leider auch eine höchstens zweitklassige dt. Synchro, die bei mir auch zum Punktabzug führte. Die musikalische Untermalung ist recht angenehm, aber wie gesagt die dt. Synchro bietet neben den Original Soundeffekten leider auch selbstgemachte Geräusche, die nicht nur unprofessionell klingen, sondern dieses Oldies auch nicht würdig sind! Immerhin hat die dt. Synchronstimme von John Wayne eine ähnliche Klangfarbe, wie seine eigene.
- Und ja, vielleicht hätte man auch den einen oder anderen Schusswechsel noch detaillierter in Szene setzen können, aber einerseits wurde Mitte der 1930er noch anders gedreht und andererseits entdeckt man dafür zwei andere kleine Highlights:
Ein hölzerner Wagen, der so am Speedlimit fährt, dass es ihn einmal fast aus der Kurve haut. Außerdem John Wayne, der anscheinend früher noch einige kleinere Stunts selber machte, ringt mit einem Bösewicht auf eben diesem Wagen während der Fahrt! Also echte Außenaufnahme - keine billige Studioszene mit bewegten Hintergrund!
Und nun viel Spaß mit diesen äußerst kurzweiligen und actionreichen 55 Minuten! ;)