Tal der Angst (1935, s/w) von Robert N. Bradbury
...John Middleton (John Wayne) trainiert gerade für das Rodeo in Cheyenne, als er wegen einer wichtigen Sache zu seinem Vater gerufen wird. Dessen bester Freund, Hank Mason steckt nämlich in großen Schwierigkeiten. Daraufhin macht sich John sofort auf den Weg nach Pequeno Valley. Dort kommt er zunächst in eine missliche Lage, erfährt aber dadurch weitere Details. Mason ist seit etwa 3 Wochen verschwunden und in Pequeno Valley regiert der Terror! Vieh wurde gestohlen, Scheunen verbrannt und Felder verwüstet. Es herrscht Gewalt und Verbrechen - die Einwohner sollen quasi mit allen Mitteln vertrieben werden. Verantwortlich dafür ist anscheinend die Martin-Bande. Der hiesige Marshal (Jack Curtis) arbeitet mit John einen Plan aus und gibt ihm dazu auch eine neue Identität - "John Allen", der steckbrieflich gesucht wird. Butch Martin (Yakima Canutt) und seine Männer haben inzwischen das ganze Tal abgeriegelt, um die Bevölkerung auszuhungern. Zu allem Unglück fliegt dann auch noch Johns Inkognito auf...
Nach
- "Westwärts!" (1935, s/w)
- "(Die) Winde der Wildnis" (1936, s/w)
- "Gier nach Gold" (1934, s/w)
- "Gejagtes Gold" (1932, s/w)
ist
- "Tal der Angst" (1935, s/w)
der vorerst letzte Titel, mit dem ich meine Review-Reihe zu den frühen John-Wayne-Western beenden möchte.
Zum Abschluss habe ich hier nochmal einen besonders bleihaltigen Titel für euch herausgepickt!
Es hat sich herausgestellt, dass viele dieser Western unter dem ehem. Label "Lone Star Productions", mit Robert N. Bradbury (Regie), Lindsley Parsons (Drehbuch) und Archie Stout (Kamera) Garanten für Ideenreichtum, kurzweilige Unterhaltung, gebündelte Action und rasante Reiterszenen sind. Auch hatte Mack V. Wright hervorragende Beiträge dazu geleistet, der wahrscheinlich der erste Regisseur war, der das Thema "Geisterstadt" und Horrorelemente in Western verbaute.
Natürlich muss man diese Filme von damals anders einstufen, wie die US-Western aus den 1950ern, die Italo-/Eurowestern und insbesondere die Spätwestern aus den 2000er Jahren. Jene Werke aus den 1930ern gehören einer anderen Liga an. Sie leiden zwar überwiegend unter den technisch bedingten Schwächen und auch an einem anderen, eher oberflächlich gehaltenen Drehstil, mit höchstens dezenter Härte, ansonsten lernt man sie aufgrund den oben erwähnten Vorzügen schnell zu schätzen und zu genießen! Dementsprechend sind auch meine abgegebenen Bewertungen zu verstehen.
"Tal der Angst" habe ich einmal in der normalen Version mit rund 55 Minuten angeschaut, die aber ein nicht besonders scharfes Bild hat und eine stümperhafte dt. Synchronisation verpasst bekam. Zudem habe ich noch eine andere Fassung aus der Reihe "Western von gestern" (3. Staffel) gesehen, die ein viel schärferes Bild und eine hochwertige Synchro bietet. Auch gibt es hier schmissige Musik und die Soundeffekte sind deutlich besser! Allerdings fehlen aufgrund der damaligen Sendezeit von ca. 2 x 25 Minuten, dem eigenen Vor-/Abspann und der kurzen Zusammenfassung am Anfang des 2. teils rund 9 Minuten!
Aber egal welche der in Deutschland erhältlichen Fassung man sich anschaut, man bekommt doch einiges geboten! So findet man hier, eingebettet in eine interessante Story, eine gute Ausstattung wie bspw. einen kleinen Wagentreck und eine Rinderherde. Zu sehen sind fast nur Außenaufnahmen, teils in schöner felsiger Landschaft, mit einem John Wayne, der augenscheinlich alle Stunts selber machte und dank Archie Stout mehrmals in schnellem Galopp zu bewundern ist. Wie schon erwähnt, wird hier auch einiges an Munition verballert. Und diese berühmte und x-mal verfilmte Spiegelszene aus dem Saloon, in der ein Bösewicht zu sehen ist, der sich gerade von hinten nähert, ist auch mit dabei!
Leider sind die Scheißereien eher oberflächlich und auch in keiner Weise blutig. Was wahrscheinlich damals so üblich war, genauso wie die Gesangseinlagen - in dem Fall von John Wayne - die aus heutiger Sicht nerven. Wohl hätte man auch schon mit der damaligen Technik die eine oder andere Szene noch packender einfangen können. Ansonsten bieten die rund 55, bzw. 46 Minuten spannenden und actionreichen Westernspaß in angestaubtem Look.
Dafür gibt's von mir nochmal 9 Punkte!
Ach ja, wenn ich mich nicht verhört habe, hat John Wayne in der Fassung der "Western von gestern"-Staffel, die gleiche Synchronstimme, die auch schon Clint Eastwood bekam. Allerdings habe ich in den mir bekannten Synchronkarteien/-datenbanken keine Sprechrolle von John Wayne zu diesem Film gefunden.
Wer nicht warten möchte, bis dieser oder andere frühe John-Wayne-Western im TV zu sehen sind, dem empfehle ich folg. Boxen:
- "Die große John Wayne Box" / EAN 4 0512 3804 9435
(20 John-Wayne-Kurzfilme mit je rund 50 Min. Laufzeit, davon 19 Western)
- "John Wayne in Farbe" / EAN 4 0512 3802 8140
(6 John Wayne Western, ebenfalls mit rund 50 Min. Laufzeit, jeweils in verbesserter s/w- UND gelungener colorierter Fassung)
Beide Boxen sind normalerweise unter 10,- € zu haben und beinhalten viele schöne Titel, jedoch auch meist lausig synchronisiert. Natürlich findet man ebenso in anderen John-Wayne-Boxen die gleichen Filme, nur halt in neuer Verpackung und Reihenfolge. Leider werden dabei auch alternative deutsche Titel verwendet, sodass man schnell die Übersicht verliert.
- Darüber hinaus kann man mit div. Ausgaben aus der Reihe "Die große John Wayne Collection" von DeAgostini etwaige Lücken schließen.
- In den 4 Staffeln von "Western von gestern" ist neben "Tal der Angst" übrigens auch "Westwärts!" zu sehen, den es meines Wissens in keiner anderen deutschsprachigen Fassung gibt.
Viel Spaß und gute Unterhaltung bei "Tal der Angst"
und beim Lesen meiner anderen 4 Reviews der John-Wayne-Oldies!