Review

Neue Runde – neue Quälerei! (Für Gehirn und Geschmack!)
Wer unter Todesverachtung ein selten unlustigen Film wie „Date Movie“ von den uninspiriertesten Comedy-Autoren (und Regisseuren) Seltzer und Feinberg (Drehbücher für diverse„Scary Movie“-Filme) überlebt hat, konnte sich schon ein Jahr später am nächsten Streich delektieren (wobei ich Ford Fairlane zustimme, daß mit einem Holzhobel zu onanieren sicherlich unterhaltsamer ist).

Mit „Fantastic Movie“ (der im Original noch „Epic Movie“ hieß, was aber in Deutschland wohl kaum verstanden werden könnte) haben sie sich nun im Schnellverfahren den großen Fantasyblockbustern der letzten fünf Jahre angenommen (und wieder verweise ich für eine komplette Liste auf imdb.com), die zu größten aus „Narnia“, „Lord of the Rings“, „Fluch der Karibik“ und „Harry Potter“ bestehen.
Und es ist kaum zu glauben, aber „Epic Movie“ ist noch ein gutes Stück schlechter als der Vorgänger (was durch die gleiche Note leider leicht verschleiert wird) – ein total sinnloses Stück Zelluloid, bei dem man wieder (erfolgreich) versuchte, geschmacksverwirrte Teenager zum „Memory“-Spielen zu bewegen. Alles grölt, sobald man die Parodie erkennt.

Apropos Parodie: die ist natürlich auch hier wieder nur insofern vorhanden, als das man für wenig Geld relativ detailgetreu bekannte Sets nachstellt, in die man dann vollkommen hilflose Figuren stellt, die total abstruse Sachen machen, sexuelle Anspielungen und Perversionen durchleiern oder was in die Eier oder vor die Titten bekommen. Ist gerade nichts los, ballert man einen kleinwüchsigen Schwarzen durch die Gegend (Gimli hatte recht!).

Das ist genauso lustig wie Herpes, funktioniert aber seltsamerweise (das ist erst der zweite Film von bisher vier), warum, dauert zu lange und ist zu beleidigend für das Publikum.
In diesem Fall waren die nachgestellten Szenen übrigens eigentlich brauchbares Parodiematerial, weil sie eigentlich ernste oder seriöse Vorlagen hatten, aber dazu fällt den Machern auch nicht mehr ein als die üblichen Pimmel- und Körpersekretscherze.
Das führt dazu, daß die Protagonisten genauso wie das mündige Publikum (ich empfehle: wer so etwas lustig findet, sollte besser nicht wählen dürfen) meistens wie staunende Holzpfosten in der Gegend rumstehen und mit der Handlung nichts zu tun haben.
Mit dabei sind wieder Adam Campbell (total un-lustig/fähig/attraktiv); der befähigte, aber total unterforderte Kal Penn; Faune A.Chambers als Quotenschwarze (die offenbar auch noch Regina Hall aus den „Scary“-Filmen nachempfunden ist, also die Kopie einer Kopie!!!) und Jayma Mays, die als doofe Weiße wohl Anna Faris imitieren will und tatsächlich total grenzdebil rüberkommt.
Der Nebencast ist zumeist aus „Date Movie“ weiterbeschäftigt, der arme David Carradine muß in der Eröffnungsszene wohl Spielschulden zurückzahlen und der einzige kurz funktionierende Gag findet in einer Kampfszene Fred Willards statt, als seine Figur betont offensichtlich durch einen asiatischen und mies kostümierten Stuntman ausgetauscht wird.

Der Rest ist dämlicher, einfallsloser Leerlauf ohne Sinn und Verstand, dafür mit „MTV-Cribs“ und „MTV-Punk’d“-Parodien extrem affig anbiedernd und mit endlosen blöden Rap-Einlagen zugeklatscht, wobei bis heute wohl nicht geklärt wird, warum in solchen Filmen „schwarze Musik“ als lustig empfunden werden sollte.

Auf so etwas am besten „Das Piano“ sehen – und vor Lachen sterben. (1/10)

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