Der Streifen hinterlässt einen sehr merkwürdigen Eindruck, zunächst weiß man gar nicht, ob man ihn mit 3 oder 7 Punkten bewerten soll.
Denn hier passen einige Dinge einfach nicht zusammen, wirken unausgegoren oder sind zu weit her geholt, um als ebenmäßiges Gesamtbild zu glänzen.
Mag sein, dass Gründe in der Neuinterpretation von Robert Shaye, basierend auf einer Kurzgeschichte aus dem Jahre 1943 zu finden sind. Zu dieser Zeit sah das Autorenpaar Henry Kuttner und C.L.Moore sicherlich andere Gründe, die Welt retten zu müssen, als heutzutage diskutiert werden.
So werden Attribute der Gegenwart in die Geschichte eingebunden, die einfach nicht mit dem kindlichen Gemüt der beiden Hauptfiguren konform gehen wollen.
Diese sind die siebenjährige Emma und ihr zehnjähriger Bruder Noah, die sich mit Mom soeben am Strandhaus von Whidbey, in der Nähe von Seattle befinden.
Im Wasser finden sie eine merkwürdige Kiste, deren Inhalt noch merkwürdiger erscheint:
Farbige Steine, eine blaue, gelatineähnliche Form, ein grün leuchtendes, kartenförmiges Etwas und einen Stoffhasen, der sich Emma als Mimzy vorstellt und fortan zu ihr spricht.
Bald darauf erlangen die Kinder ungeahnte Fähigkeiten, Noah mutiert zum Forschungsgenie und Emma kann gar in der Luft schweben. Doch Mimzy offenbart ein entscheidendes Geheimnis, denn sie stammt aus der Zukunft und sucht ein Kind reinen Herzens, um die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren.
Seine Stärken entfaltet der Film während der ersten halben Stunde, wenn die Kinder die Kiste im Wasser finden und sich mit dem Inhalt beschäftigen.
Dazu trägt nicht nur die angenehme Strandlandschaft bei, sondern vielmehr die überaus glaubhaften Darsteller und das Script, das liebevoll auf Details achtet und die Charaktere authentisch und gleichermaßen sympathisch rüberbringt.
Auch die ersten Einflüsse der Utensilien aus der Zukunft lassen ab und an erstaunen. Zunächst kann Noah Tierlaute wahrnehmen und später sogar Spinnen im Terrain zu koordinieren. Beide Kinder erlangen telepathische Kräfte, um Zucker oder eine Getränkedose zu bewegen und zugleich wächst ihr Intelligenzquotient.
Emma ist indes in der Lage, mit den Steinchen ohne Bewegung ihrer Arme zu jonglieren, woraufhin sich eine magische Kugel bildet. Mit ihr kann sie im entscheidenden Moment Teile der Zukunft wahrnehmen.
Das Zusammenspiel des Geschwisterpärchens amüsiert zuweilen enorm und auch in Interaktion mit Mom und Dad kommen heitere Momente auf, doch leider belässt man es nicht bei dieser Konstellation.
Denn Noahs Lehrer und dessen esoterisch veranlagte Freundin nehmen im Verlauf zuviel Screentime ein, auch wenn sie für das Finale noch eine kleine Rolle spielen. Zu häufig wird man da mit Lehrers Erfahrungen aus Nepal konfrontiert, mit seinen Mandala-Träumen, die die Handlung nur entfernt voranbringen. Auch auf das Handlesen seiner Freundin, was unterm Strich einfach keine Pointe liefert, hätte man verzichten können.
Wirklich bergab geht es aber mit dem Einsatz der Terroreinheit unter der Leitung von Michael Clarke Duncan, der hier einen äußerst glanzlosen Auftritt hinlegt.
Die mysteriösen Utensilien verselbstständigen sich ein wenig und es kommt zum Stromausfall, der fast den ganzen Bundesstaat betrifft. Das Haus unserer Helden wird schnell als Ursache ausgemacht und irgendwann befindet man sich im FBI-Labor.
So geht es mit dem verträumten Charme dahin, zwar fördert das Finale noch ein wenig Tempo und auch passable Computereffekte kommen vermehrt zum Einsatz, doch die letzten Minuten wirken wie ein Schnellschuss, bei dem noch möglichst viel Inhalt reingepackt werden musste. Keine Zeit mehr für Charaktere, allenfalls für die Darstellung einer zweifelhaft „glücklichen“ Zukunft.
Und über so viel Esoterik und Laborgefuchtel vergisst man fast die eigentliche Botschaft der Geschichte, denn Kinder haben oft verlernt, ihre gegebenen Fähigkeiten auszuleben und Erwachsene, ihnen aufrichtig zuzuhören.
Mit dieser Mischung, die Teile von „Alice im Wunderland“, „E.T“, „Poltergeist“ und kurz auch „Der Exorzist“ unter einen Hut bringt, wollte man letztlich zu viel erreichen und strauchelt dann doch an der unausgegorenen Mischung.
Für Zuschauer im Kindesalter dürften die technischen Spielereien, sowie das glaubhafte Spiel der starken Sympathieträger eine Basis für brauchbare Unterhaltung darstellen, - verstehen werden sie die komplexen Hintergründe der Geschichte jedoch nicht.
So bleiben am Ende richtig gute Ansätze, die im Verlauf leider zu überladenen und undurchdacht weiter entwickelt werden.
Schon insofern schade, da die erste halbe Stunde nicht nur dem Betrachter im Kindesalter eine zauberhafte Reise ins Fantasiereich beschert.
5,5 von 10