Was Eli Roth da mit seinem „Hostel“ losgetreten hat ist unglaublich, denn mittlerweile bemühen sich auch drittklassige Filmemacher, sein Konzept zu kopieren und ihren eigenen kleinen Folterfilm herauszubringen.
„Sportkill“ gehört zu jenen wenig inspirierten Werken, die man so nebenher sieht und kaum ein Mitfiebern ermöglichen, weil man alles auf gemeine Spielchen setzt, darüber hinaus aber überhaupt keinen Sympathieträger hervorbringen kann.
Was bei „Hostel“ ein Mitleiden vereinfacht, ist die intensive Figureneinführung, denn lange Zeit bleiben Gewalt und Folter außen vor.
Hier steigt man direkt ein, Hauptfigur Rachel, von Beruf Pathologin, wird für einen Moment bei ihrer Arbeit gezeigt, um sich im nächsten angekettet in der Zelle eines unterirdisch gelegenen Komplexes wieder zu finden.
Hierher lässt der fettleibige Ivan Menschen entführen, damit sie sich gegenseitig Schmerzen zufügen, andernfalls droht ihnen selbst Unheil.
All dies geschieht unter den Augen von Wettteilnehmern eines dubiosen Clubs, die die Szenen hinter Spiegelglas verfolgen und noch nicht ahnen, dass Rachel nicht so leicht klein zu kriegen ist.
Allerdings kann man zu keiner Zeit nachvollziehen, warum das so ist. Rachel beißt sich so durch und ist hart im Nehmen, - mehr erfährt man nicht über sie.
So erscheint es über alle Maßen unglaubwürdig, dass sie fast ohne Zögern einen Unbekannten tötet, während andere „Teilnehmer“ zumindest abwägen.
Typische Szene: Frau auf einem Stuhl fixiert, ihr Freund kommt hinzu und hat die Wahl, ihr ein Messer in den Körper zu rammen und ihr Blut zu trinken oder selbst drauf zu gehen.
So ist das Spielprinzip, während die Wettteilnehmer auf den ein oder anderen ihre Scheinchen setzen.
Nur bringt die Sache im Verlauf wenig Abwechslung, entweder aus Opfer wird Täter und man überlebt eine Spielrunde oder der maskierte Vollstrecker schreitet mit seinem Schwert ein.
Damit nicht alles in diesem Folterraum stattfindet, bemüht man noch ein enges Holzlabyrinth, durch das Rachel hinaus robben muss. Allerdings fällt diese Passage ungewöhnlich lang aus, auch wenn hier die eine oder andere Tücke eingebaut wurde, - die Wettteilnehmer dürften davon nichts mitbekommen, da keine Kameras für eine eventuelle Übertragung zu finden sind. Also ausschließlich ein Spiel für den Betrachter.
Derweil schleppt sich das übrige Geschehen und es kommt zu keiner Zeit Tempo auf. Wie ein narbengesichtiger Cop dem geheimen Folterclub auf der Spur ist, gestaltet sich ebenso langweilig, wie die Dialoge zwischen den klischeehaft gezeichneten Wettteilnehmern, die für den Fortschritt der ohnehin reichlich dünnen Story nur vage von Bedeutung sind.
Selbst in den letzten Minuten ist kaum eine Spannungssteigerung feststellbar, einen Showdown im üblichen Sinne gibt es nicht und auch das Ende kann nicht überzeugen, da hier lediglich eine unglaubhafte Pointe auszumachen ist.
Was bleibt, sind ein paar Gewaltszenen. Neben der Vergewaltigung eines betäubten Opfers und dem Befummeln eines weiteren, gibt es ein paar Enthauptungen, Finger ab durch Axt und ein paar Nägel in Fuß und Oberschenkel, sowie Messereinsatz an diversen Körperstellen.
Jedoch ist keine Einstellung explizit, viele Szenen sind recht dunkel, so dass Gorehunde das Schwanzwedeln spätestens nach Hälfte der Laufzeit einstellen werden.
Am Ende stellt „Sportkill“ nichts weiter als ein einfallsloses Plagiat dar. Dabei gestalten sich die Spielregeln an sich als gemein und unmenschlich, doch da keine Figur eine ausreichende Charakterisierung erfährt, lässt einem ihr Schicksal entsprechend kalt, was sogar größtenteils auf die Hauptfigur zutrifft.
Darstellerisch und handwerklich zwar im soliden Bereich, aber raffinierte Story und mitreißende Umsetzung sind weitestgehend nicht zu finden.
Nur etwas für Genreanhänger, die mit „Hostel VII“ immer noch nicht ermüdet wären.
3,5 von 10