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Natürlich ist für den richtigen Splatterfan nur die UNCUT-Version von Andy Warhols' Frankenstein wirklich eine Schlachtplatte - und dies im wahrsten Sinne des Wortes.

Udo Kier als Dr. Viktor Frankenstein ist geradezu die Idealbesetzung des besessenen Wissenschaftlers, der mit Leib, Blut und Seele seine Arbeit exzessiv verfolgt.

Kier, den ich bisher niemals in einer "normalen Rolle" gesehen habe, spielt den obsessiven und "arbeitsgeilen" Frankenstein nicht nur, er scheint, ihn zu "leben".

Auch die anderen Darsteller brauchen sich nicht zu verstecken, sondern passen ideal in die "perverse" Inzenierung des Filmstoffes.

Andy Warhol's Frankenstein ist schwer verdaulich und für Mainstream-Konsumenten gänzlich ungeeignet.

Tabuthemen, die hier in 90 Minuten verpackt werden: Geschwisterliebe, willenloser Sex, Leichenschändung, literweise Blut, abgetrennte Körperteile, brutale Notgeilheit, Sex mit menschlichen Verdauungsorganen, Einteilung der Gesellschaft in Ober- und Untermenschen.
Starker und unbequemer Tobak - alles sehr direkt und offensiv inszeniert.

Selbst heute bleibt dem Horrorfilmfan und Gorefan die Spucke weg, wenn er diesen Streifen erstmalig sieht.
In den 1970er Jahren muss dies ein absoluter Skandalfilm gewesen sein.

Dass manche Szenen heute "überzogen" und "kitschig" wirken, schadet dem Unterhaltungswert nicht.
Oft kann der Zuschauer erkennen, welche Szenen im damaligen 3D-Format hammerhart dem Zuschauer ins Auge gestochen und gestoßen haben.
Leidet sind die dreidimensonalen Effekte auf den heutigen Screens nicht mehr vorhanden - schade.

Fazit:
sicker Tabubrecher, Weicheier unter den Horrorfans sollten sich dies nicht antun!

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