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Gerade habe ich meinen ersten deutschen Underground(kunst)horrorfilm gesehen. Wobei man mit der Bezeichnung "Horrorfilm" vorsichtig sein muss, da im Vordergrund eher eine Milieu- oder Randgruppenstudie steht. Die Nekrophilie wird nicht als Perversion abgestempelt sondern zu analysieren versucht. Die Szenerie und Geschichte ist extrem atmosphärisch und für den "Held" kommt nicht einmal Verachtung, sondern eher Mitleid hervor. Buttgereit erzeugt keine plumpen perversen Klischees sondern zeigt eine Krankheit in detailnahen Bildern und ihrer ganzen Deutlichkeit. Die Musik verleiht dem ganzen eine zusätzliche Intensität, die Splattereffekte lassen zwar zu wünschen übrig, sind aber eigentlich egal. Denn der Film bietet wirklich einiges, das unter die Haut geht und besonders der Schluss lässt einen ganz ruhig dasitzen. Dass der Film als Kunst gilt, verwundert nicht unbedingt, da wirklich keine Verharmlosung sondern sachliche Darstellung und Analyse von Gewalt geboten wird.

Ein absolutes Meisterwerk für Menschen, die über ein "Er ist ein Mörder darum hängt ihn" hinausblicken und die Welt des anerkannt Abnormalen verstehen lernen wollen.

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