Review

Das riesige Ungeheuer Gazorra entsteigt dem Grund unter einem Bergwerk, in dem Hydroxynometalin gelagert wird, und stapft prompt auf eine deutsche Kleinstadt zu. Ein befehlshabender General schickt sofort seine Panzer los, doch können diese gegen das Riesenmonster nichts ausrichten. Zum Glück gibt es da aber auch noch eine Geheimwaffe in Form eines Super-Riesen-Kampfroboters, mit der man Gazorra Saures geben könnte... Der hiesige Underground-Filmer Jörg Buttgereit hat vor Gore und Leichenfickereien in den frühen 80ern mit "Gazorra - Die Bestie aus dem Erdinnern" seiner Liebe zu (damals noch nicht so) alten "Godzilla"-Streifen in Form dieser kleinen, nur wenige Minuten langen Fanarbeit auf Super 8 freien Lauf gelassen, welche kaum als ernstzunehmende filmische Fingerübung zu bezeichnen ist... die aber dennoch ungelogen so ihren ganz eigenene Charme hat: Sei es da nun, dass Buttgereit persönlich vor der Kamera ziemlich enthusiastisch den knapp über zwanzigjährigen General gibt und sich mit seinen selbstgeschriebenen Textzeilen verhaspelt, der tatsächlich ziemlich passende Score oder die zwischen simpelsten Puppentricks und dem Versuch einer Art von Stop-Motion hin und her mäandernden Umsetzung des titelgebenden Ungeheuers inklusive selbstgegrunzten Sound-Effekten auf der Tonspur... hier gibt es doch so einiges, was den Amateurfilm-Fan begeistern kann. Klar, über niederstes Home-Made-Niveau kommt "Gazorra - Die Bestie aus dem Erdinnern" niemals hinaus (und unterbietet damit noch den technischen Standard von Buttgereits frühen Kurzfilmen oder einem "Nekromantik")... aber das muss er ja auch gar nicht. Und so gänzlich wirkungslos verpufft das Ganze ja tatsächlich nicht: Wenn da am Ende der tote Gazorra in einer vor sich hinkokelnden Spielzeug-Kulisse liegt, während traurige Musik dudelt, ist meinen Lippen tatsächlich ein unironisches "Ahw..." entfleucht...

5/10

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