Review

"Das Wilde Leben" porträtiert das Leben sowie Auf- und Abstieg der 68'er-Ikone und Sexidol Uschi Obermaier. Natalia Avelon, bisher eher in Nebenrollen und TV-Serien zu sehen, verkörpert die Uschi Obermaier gut, sexy und glaubwürdig - wankelmütiges Playgirl, Opportunistin und Vollblutsweib zugleich.
Der Film bringt die Stimmung der damaligen Zeit sehr gut rüber und als Sinnbild dafür die Vita der Obermaier. Die Berliner Kommune, der Trip durch Indien, Lieb- und Bekanntschaften mit den Stones und schließlich die lange Partnerschaft mit dem Prinz vom Kiez. "Das Wilde Leben" zeigt schöne Bilder und bietet schauspielerisch gute Leistungen in voller Breite. Häufig kommt der Film einem eher wie eine Dokumentation vor.
Leider fehlt mir das ein oder andere Mal etwas der Zusammenhang, man hangelt sich von "Event" zu "Event", so hat man den Eindruck. Gut, wie soll man die wichtigsten 15 Jahre im Leben der Hauptdarstellerin auf knapp 2 Stunden zusammenbringen? Dennoch gelingt es oft nicht, den Film in einem Guss zu präsentieren, eine etwas zu trockene Aneinanderreihung.

Fazit: Interessantes Portrait einer deutschen Persönlichkeit, mit der ich bisher vergleichsweise wenig verbunden habe. Leider wirkt der Film etwas zerstückelt, die Übergänge verschiedener Lebensphasen haken manchmal ein wenig. Wahrscheinlich bewerten diejenigen, die sich zuvor mehr mit dem Thema auseinandergesetzt haben, den Film differenzierter. Mir waren einige Zusammenhänge zu kurz dargestellt. Nichtsdestotrotz ein gelungener, schöner Film mit etwas Hintergrund, etwas Show und etwas Kultur. Allerdings ist "Das Wilde Leben" nicht der Über-Film. 6/10 Punkte.

P.S.: Was ich mit differenzierterer Beurteilung meine, seht ihr z.B. bei Brezelburgers schön geschriebenem Kommentar zum Film.

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