Alle Kurzkommentare


3

Ein ziemlich radikales filmisches Experiment, das seiner Verweigerungsästhetik frönt. Location: Ein dunkler Raum. Inhalt: Frau kniet im Kimono, starrt ein Messer an, entkleidet sich, streichelt ihren Bauch, schneidet sich den Bauch auf und verendet langsam. Es gibt keine Musik, stattdessen wird das Signal eines Atmo-Mikrofons mit niedriger Signal-to-Noise-Ratio extrem verstärkt. Zum Rauschen des Raums ertönt ein unregelmäßig pulsierendes Geräusch, das an einen Herzschlag erinnert. Der Film ist ein narratives Nichts, ohne Identifikationsfigur oder audiovisuelle Stimulation. Der Gore bleibt ein tricktechnischer Witz ohne Wirkung, die Nacktheit verweigert jede erkennbare Fetischisierung. Neben dem fehlenden emotionalen Zugang fällt die wahnsinnige Langsamkeit auf, die den Fokus auf die Zeit richtet, die es auszuhalten gilt (45 Minuten). Der Harakiri wirkt hier wie eine sinnentleerte Geste. Ich glaube, das ist Kunst.

3

Ein japanisches Mädel in einem orangefarbenen Bademantel macht sich zuerst obenrum frei, dann betatscht sie sich, dann bohrt sie sich ein Messer in den Bauch und windet sich schließlich im Todeskampf. 45 Minuten dauert das nihilistische und eintönige Machwerk. Es wurde absolut amateurhaft inszeniert: Nicht einmal Störgeräusche wurden (nachträglich) beseitigt. Das Vergießen des ersten Bluttropfens wird schier ewig lang hinausgezögert, doch was dann folgt, ist nicht sonderlich gut gemacht: Man kann keine Schnittwunde erkennen und die sich am Boden krümmende Dame hält sich bloß ein paar Schlachtereiabfälle vor den Leib, die nirgends aus ihr heraus purzeln. Mag der qualvolle Akt auch halbwegs überzeugend gespielt sein und mit seiner schmuddeligen Kelleratmo bewusst in Richtung Fake-Snuff schielen, so bleibt er doch zu leicht durchschaubar. Fazit: Mehr langweilig als aufwühlend.

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