Dänemarks Antwort auf „Hardcore – Ein Vater sieht rot“ (1979) von Paul Schrader. Dass der Film mit 27 Jahren Verspätung erschien, merkt man ihm aufgrund seiner leicht überholten wie ziemlich vorhersehbaren Rachestory leider an: Ein ehemaliger Priester nimmt ein kleines Mädchen in seine Obhut, dessen Mutter – ein Pornostar – frühzeitig an einer Überdosis verstorben ist. Bald stellt der Mann fest, dass die Kleine massive Verhaltensstörungen hat und startet deshalb zu einem blutigen Rachefeldzug gegen die halbe Porno-Industrie durch…
Regisseur und Drehbuchautor Anders Morgenthaler legte hier ein Märchen für Erwachsene vor, dessen Handlung einem leider allzu bekannt vorkommt, wenn man nicht nur das obige Beispiel, sondern auch die Klassiker des Selbstjustiz-Kinos herbeizieht. Die einzige Neuerung ist, dass Trick- und Realfilm miteinander kombiniert werden, woraus fast schon wieder ein europäisches Manga-Movie resultiert. Dann entwickelt sich das Drama schnell zu einem recht konventionellen Slasher, in dem allerhand Leute aus dem XXX-Biz über die Klinge springen, wobei die Tötungsarten von der Brechstange bis zur Explosion reichen.
Leider kocht der Film emotional eher auf Sparflamme: So bauen die kleine geschundene Mia und der ehemalige Priester keine richtig tiefgründige Beziehung zu einander auf und auch der Blick in die Abgründe des Erwachsenenfilms werden viel zu oberflächlich dargestellt. Die immer wieder eingestreuten Flashbacks, in denen Mias tote Mutter via Realfilm wieder auflebt, sind ebenfalls nicht verstörend genug, um die eigentliche Tristesse von „Princess“ noch ein wenig zu unterstreichen. Die Szenen sind allesamt homemade und mit der wackeligen Handkamera gefilmt, doch wirkt die tote Porno-Queen nicht kaputt und abgestürzt genug, um für die notwendigen Impulse zu sorgen.
So wird der Film als Arthaus vermarktet, um bei genauerem Hinsehen relativ schlichte Exploitation zu bieten. Wer sich am wieder einen schnörkellosen B-Reißer reintun will, hat mehr von diesem Werk mehr als Leute, die auf Kunst und Anspruchsvolles aus sind. Schon alleine den Mut zu mehr Karikatur im Zeichentrick hätte man sich bei dem Thema gewünscht, wobei es von der handwerklichen Seite aus sonst nichts zu bemängeln gibt. 6 von 10 Punkten.