Eine Mordintrige, viele Verschwörungen und noch mehr Wendungen, - das alles bekam einer wie Hitchcock bereits anno 1929 mit Ton hin, seit 1948 auch in Farbe.
So gibt es spätestens seit „Bei Anruf Mord“ unzählige Ehemänner, die ihre Gattin per Auftragsmord aus der gemeinsamen Wohnung schaffen lassen wollen und dabei nicht selten scheitern.
Ähnlich geschieht das auch hier, nur dass der Krimi auf TV-Niveau eben selten mit raffinierten Finten punktet, um sich eindeutig von der breiten Masse abzuheben.
Im Mittelpunkt steht das Ehepaar McKay, welches in Barcelona eine überaus erfolgreiche Werbeagentur leitet. Doch Matt (Angus Macfadyen) ist dem Alkohol verfallen und neigt zu krankhafter Eifersucht, bis er eines Tages Beweisfotos mit seiner Frau Julia (Tara Reid) und einem Fremden erhält. Kurzerhand beschließen Matt und sein Bruder, die Fremdgeherin killen zu lassen, doch auch Geschäftspartner Trevor und sein windiger Gehilfe Alvaro scheinen ein nicht unerhebliches Interesse am Tod der Geschäftsfrau zu haben…
Eine Frau steht auf der Abschussliste und sämtlichen männlichen Figuren in ihrem Umfeld ist mindestens der Wolf im Schafspelz anzusehen, - dieser Eindruck erschließt sich bereits nach kurzer Zeit, jeder spielt irgendwie falsch und kein Kerl kann wiederum dem anderen vertrauen.
Da die Handlung sehr stringent erzählt wird und lediglich ein Zeitsprung ganz zu Beginn eingebaut wurde, ist der Stoff nicht allzu schwer zu verfolgen, zumal der Kreis der Protagonisten recht überschaubar bleibt.
Den Unterhaltungswert konstant hoch haltend, hält sich der Plot nie mit unnötigem Geplänkel auf, bringt sogar eine kurze Action-Sequenz, in der der ausrastende Matt mit Julia wie ein Wilder mit dem Auto durch Barcelona rast, hält sich ansonsten jedoch mit inszenatorischen Höhepunkten zurück und konzentriert sich voll auf das Zusammenspiel der Figuren.
Der jähzornige Matt, der eher unter Druck seines Bruders dem Auftragsmord durch einen Dritten zustimmt und im Vollrausch leicht den Überblick verliert, ein korrupter Cop, der sich schwerlich für eine Seite entscheiden kann, ein Geschäftspartner, dessen Habgier ein plausibles Motiv böte und Julia, die dem Komplott vielleicht nicht zum Opfer fällt, weil jemand still und heimlich die Seiten wechselt und stattdessen zum Gegenschlag ausholt.
Dabei sind alle Nase lang Twists zu verzeichnen, die vor allem gegen Ende reichlich konstruiert und unglaubwürdig erscheinen. So ist die verschwommene Gestalt auf dem Videomaterial einer Handkamera per Computerprogramm ohne Probleme zu identifizieren, eine einstweilige Verfügung erlangen Amerikaner in Spanien offenbar innerhalb weniger Minuten und der potentielle Mörder fällt auf die simpelste Finte herein und geht dem Lockvogel ohne mit der Wimper zu zucken in die Falle.
Selbst während des Showdowns, als nochmals die Fronten gewechselt werden, lassen sich die Beweggründe einiger Figuren kaum glaubwürdig nachvollziehen, - da muss man, trotz flüssiger Erzählweise, einige Abstriche machen.
Zwar fällt insgesamt ein Whodunit weitgehend weg, weil sich ein späterer Selbstmord nur vielleicht als Mord entpuppt, doch man kann etappenweise miträtseln, welcher Personenkreis als nächstes zum Handeln gezwungen wird.
So muss eine Schusswaffe besorgt und wieder ausgetauscht werden, mit dem Bewusstsein einer Wanze im Raum wird ein Gespräch getürkt, jemand könnte vom Dach eines Hochhauses gestoßen werden und ein fettleibiger Versicherungsvertreter mischt auch noch mit.
Dem Plot fehlt zwar nahezu jegliche Raffinesse, doch an unterhaltsamen Szenen mangelt es, auch aufgrund der durchweg tauglichen Mimen nicht.
„Clean Break“ bietet also beileibe keinen großen Wurf, sondern unterhält solide mit den üblichen Versatzstücken eines Krimis, gepaart mit kleinen Film noir Elementen, die jedoch eher dem Personengefüge, denn der Form der Inszenierung zuzuordnen sind, die eher unauffällig bleibt.
Der Stoff über die Werbeagentur, den gehörnten Ehemann und der Frau im Visier mehrerer potentieller Täter bietet zwar eine austauschbare Grundlage, kommt aber ohne merkliche Längen ganz gut über die Zeit.
6 von 10