Eins mal vorweg: Der Werbe-Slogan auf der Frontseite, der Vergleiche mit dem Klassiker überhaupt - "Das Schweigen der Lämmer" - herbeiführen soll, führt zwangsläufig in eine Sackgasse. Wohl dem, welcher sich unvoreingenommen an dieses relativ unbekannte Machwerk herantastet und dementsprechend weniger enttäuscht ist.
Der Film selbst geht einen sicheren Weg, indem er story-technisch große Parallelen zu o.g. Meisterwerk aufweist. Wenn man bedenkt, dass dieser Titel nur ein Jahr später erschienen ist, liegt der Verdacht nahe, dass der Regisseur auf der Erfolgswelle des Oscar-gekrönten Vorbildes schwimmen wollte.
Nichtsdestotrotz kann der Film durchaus überzeugen und schafft es auch über weite Teile des Films, eine ansprechende Atmosphäre und Spannung aufzubauen.
Der große Schwachpunkt des Films liegt meiner Meinung nach jedoch in der Figur des FBI-Sohnemanns - eine genetisch weiterentwickelte Mischung aus Spy Kid und Agent Cody Banks, der mitunter die Frage aufwirft, warum sich eigentlich das FBI um den "wahnsinnigen Serien-Killer" kümmern muss. Schließlich ist der Bub technisch so versiert und unglaublich schlau, dass dem guten alten James Bond vor Erstaunen wohl ein "Golden-Ei" aus der Hose fallen würde! Diese Figur wird dermaßen überzogen dargestellt, dass die Grenze zur Lächerlichkeit an mehr als einer Stelle überschritten wird und Scott Glenn zum machtlosen Nebendarsteller degradiert.
Genug gejammert ... man kann den Film einmal anschauen. Dazu taugt er - mehr aber auch nicht; der Aufstieg in die 1. Serienkiller-Filme-Liga wurde leider eindeutig verfehlt!