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Dead… and Loving Her! 

„Laura“ wird in genug Film Noir-Büchern und -Bestenlisten genannt, Otto Preminger war ein absolut angesehener und handwerklich verlässlicher Regisseur seiner Zeit, mit etlichen empfehlenswerten Werken, von Western bis eben zur „schwarzen Serie“. „Laura“ ist ein genau solcher Tipp und verdammt guter Krimi, wie gesagt, durchaus bekannt unter Kennern, aber noch lange nicht im Mund des Mainstream. Ein Grund mehr, dass mehr Leute ihn entdecken, den verschachtelten Mordfall einer jungen Frau, die in der Mitte des Films plötzlich quicklebendig im Türrahmen steht und dem ermittelnden Detective eigentlich schon vorher den Kopf verdreht hatte aus Erzählungen und Erinnerungen…

Oft verheddern sich selbst große Film Noirs gerne mal in Finten, Rückblenden und Sackgassen. „Laura“ kann sich aber aus all diesen inszenatorischen Schikanen mehr als routiniert und klasse herausfinden, kommt direkt zum Punkt und ist einfach komprimiert, nahezu perfekt geschrieben. Dass Gene Tierney eine der attraktivsten Hollywoodfrauen aller Zeiten ist, hilft natürlich beim Sehvergnügen. Ein blutjunger und hünenhafter Vincent Price ebenso. Es wird gerätselt, es wird ermittelt, es wird getrickst. Von den Machern wie von den Figuren. Und doch wirkt alles im Fluss, wie aus einem Guss. In der ersten Hälfte hängt Lauras Aura über allem, fast gruselig-gothisch a la Hitchcocks „Rebecca“. Insgesamt ist „Laura“ aber ein Kind der Straße, ein direkter Kinnhaken, ein Mordfall mit Schrotflinte ins Gesicht, mit dem Herz auf der Zunge. Harter Stoff dennoch. Ohne Weichzeichner oder Rettungsnetze, ohne echten Held zu Ross, ohne eine Sekunde Leerlauf. 

Fazit: „Laura“ ist einer der simpelsten, knackigsten und besten Film Noirs aus der zweiten Reihe seiner Zunft - packend und on-point! 

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