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Was soll man von „Blindfold“ halten? Bei diesem für das US-amerikanische TV produzierten Thriller um einen Frauenmörder ist nichts neu, aber rein gar nichts.

Es geht um den „Blindfold“-Mörder, der Frauen bevorzugt die Augen verbindet, wenn er sie mit dem Messer massakriert. Es geht auch um Madeleine (Shannen Doherty), die mit ihrem Mann unter sexuellen Frust leidet und diesen nur durch irgendwelche Sexspiele untergraben kann. Deshalb sucht sie Hilfe beim Psychologen Dr. Jennings. Madeleines Schwester Chris arbeitet bei der Polizei und ist am „Blindfold“-Fall dran. Und irgendwie scheinen all diese in den Fall verwickelt zu sein.

Die ganze verquaste und totlangweilige Thrillerstory wird aufgepeppt mit ein paar Erotikszenen, die aber – weil der Film in den prüden USA gedreht wurde – recht unmotiviert daherkommen und eher krampfig statt sinnlich wirken. Auch das hat man schon 1000 Mal gesehen. Big-Budget-Actionszenen oder exquisite Ausstattung – um sich wenigstens vom Genre-Mittelmass dadurch abzuheben – sucht man mangels Budget und irgendeiner Art von Einfallsreichtum leider auch vergeblich. Regisseur und Darsteller sind Durchschnitt und entsprechen, nun ja, dem Niveau amerikanischer Fernsehproduktionen. Man sollte also nicht viel erwarten. Umso erstaunlicher, dass ich im Internet auf Fanclubs von Hauptdarstellerin Shannen Doherty gestoßen bin, denn mit dem Machwerk wird sie sicherlich keine Fans für sich gewonnen haben. Wenn`s wenigstens richtig schlecht wär – dann könnte zumindest der Trash-Fan drüber lachen und Gefallen dran finden. So pennt man ein…

Möglich, dass mir durch die deutsche Pressekassette (mir ist ohnehin rätselhaft, warum schlechte amerikanische Fernseh-Produktionen hierzulande auf Video herausgebracht und verliehen werden) grandiose Szenen, die Filmgeschichte geschrieben haben vorenthalten wurden, aber hier gibt es nur selten so etwas wie Anflüge von Gore oder auch nur unterhaltendem Filmgenuss. Für mehr als unteren Genre-Durchschnitt hat es jedenfalls nicht gereicht. „Acts of Obsession“ (so der amerikanische Untertitel) sind zwar enthalten, sind aber dennoch wie der Rest des Films: irgendwie auf Sparflamme, Herzklopfen wird nie erreicht.

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