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Im Jahre 2001 sind die Staatshaushalte überschuldet und selbst die Gefängnisse privatisiert. Das ist die Geschichte von Ricky Ho (Fan Siu Wong), einem jungen Mann, der wegen Mordes an einem Drogendealer zu 10 Jahren Haft verurteilt wird. Da er über unmenschliche Kräfte verfügt und sich von den Aufsehern nicht unterdrücken lässt, vermuten der Gefängnisdirektor und sein Stellvertreter, er sei ein Spitzel. Ricky erträgt alle Folterungen und Demütigungen, doch als er erkennt, dass in dem Gefängnis Drogen angebaut werden, beschliesst er im Gefängnis aufzuräumen...

Jedem anspruchsvollen Filmfan dürften bei dem hier Gezeigten die Haare zu Berge stehen: massive Logikfehler, Anschlussfehler, sehr karge Kulissen, Schauspieler, die die Grenze zum Slapstick weit überschritten haben und eine Synchro jenseits von gut und böse sind die Hauptzutaten des Films.

Zunächst ein Wort zur Synchro: nicht nur, dass viele Sätze einfach lächerlich klingen (Zitat: " Er blutet wie ein Schwein, was´n Scheiss !") und sich die Synchronstimmen anhören wie Zettel in die Hand gedrückt und drauflosgelesen, sondern auch selbst Frauen bekommen Männerstimmen, wie der (oder die?) Kapo des Westflügels.

Nun kurz zu den Logikfehler: nicht nur, dass Ricky ohne Probleme Ketten durchreisst und eine massive Wand durchschlägt (hier kann man auch die Fäden sehen, die die Wand tatsächlich zum Einsturz bringen !), er pfeift auch ein Lied auf einem Blatt und der Ton ist durchgängig zu hören, egal ob Ricky pustet oder einatmet. Ricky überlebt es eine Woche in Ketten gelegt in einem Loch eingebuddelt zu sein, ohne danach auch nur geringste Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Dann wird er mit einem Bagger aus dem Loch herausgeholt und dem Baggerfahrer gelingt es, den Zinken der Baggerschaufel so an die Ketten um Ricky´s Körper zu bringen, dass er Ricky locker herausheben kann- damit kann er ohne Zweifel bei "Wetten, dass...?" auftreten. Es gäbe mit Sicherheit noch drei bis vier Dutzend weitere Beispiele für Logikfehler.

Doch genug gemeckert: jener Splatterfan mit Hang zum Trash wird sich nach diesem Film die Finger lecken, die Anzahl der Splatterszenen ist immens. Häufig ist die Ausführung der Splatterszenen grottenschlecht, z.B. die Anfangsszene, in welcher ein Gefangener mit dem Gesicht auf ein Nagelbrett fällt (was hat ein Nagelbrett auf dem Boden eines Waschraumes zu suchen ?) oder der Sturz der Freundin/Schwester (das wird nicht geklärt !) von Ricky vom Dach mit anschliessendem Aufschlag-ich sage nur "Puppe". Aber es macht hier überhaupt nichts aus, dass die technische Umsetzung nicht perfekt ist, im Gegenteil, es passt genau zum Film. Und unter den vielen Effekten gibt es auch einige, die recht gut gelungen sind, etwa die Sequenz, in welcher Ricky Rasierklingen in den Mund gestopft werden. Überhaupt muss man den Regisseur loben für den Einfallsreichtum bei den Tötungsarten, es gibt Szenen die man sonst noch nie gesehen hat. Ein Höhepunkt zum Beispiel ist der Kampf mit Escar, dem Kapo den Nordflügels: als er sieht, dass er den Kampf gegen Ricky verlieren wird, begeht er Harakiri und versucht Ricky schnell noch mit seinen Gedärmen zu erwürgen-irgendwie krass!

Dazu passt auch die Figur des Ricky: er scheint über unglaubliche Selbstheilungskräfte zu verfügen. Obwohl er einiges erleiden muss (er wird in Beton gepackt, geschlagen, seine Hand wird durchbohrt, sein Kopf gegen Eisenstangen gepresst, er bekommt Glassplitter in die Augen, etc. ) ist er kurz danach wieder fit und wenig später ist von der Verletzung nichts mehr zu sehen. Der Höhepunkt dessen: Ricky wird von Escar mit einem Messer schwer am Arm verletzt, aber der knotet sich eben mal die verletzten Armvenen zusammen und weiter geht der Kampf.

Und man soll es nicht glauben: selbst dieses totale Flachbrett ereilte das Schicksal der Beschlagnahmung. Obwohl der Film zugegebenermassen einer der blutigsten Filme aller Zeiten ist, halte ich das Urteil aufgrund der völlig überzogen, schon fast comichaften Gewaltdarstellung und des gesamten Charakters des Films für völlig falsch!

Fazit: einer der trashigsten Filme aller Zeiten und ein reiner Fun-Splatter-Streifen, und somit tauglich als idealer Partyfilm für einen anspruchslosen DVD Abend !

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