Review
von Leimbacher-Mario
Die Faust Rickys'
Nachdem "Story of Ricky" jahrelang auf einer ziemlich grottigen DVD "genossen" werden musste, war es eine ziemlich große & erfreuliche Umstellung, ihn nun das erste mal mit richtig gutem Bild auf Blu-ray zu bestaunen. Nun leuchten Blut, Schweiß & Gedärme heller denn je, der Spaß ist klarer denn je, das Lachen lauter. The one & only Eastern-Splatter is back!!!
Ricky ist eine Mischung aus Bruce Lee & Gott, aus Mönch & Superheld, aus Killer & Heiligem. Er kommt in einen Knast, der nicht nur von einer brutalen & sadistischen Leitung geführt wird, sondern der mit seinen Capos der 4 Himmelsrichtungen an eine Art comicartige Vorhölle erinnert. Nun liegt es an dem jungen, unbesiegbaren Krieger, das Gefängnisvolk zu befreien & in die Freiheit zu führen... auch wenn die Freiheit in einem futuristisch-dystopischem Japan auch nicht gerade sicher & frei von splattriger Gewalt erscheint... warum kam eigentlich nie eine Fortsetzung? :( Hier hätte es sich wirklich mal angeboten... auch wenn es schwer geworden wäre, dieses verrückte Massaker zu wiederholen oder erst recht zu toppen!
Alles an "Story of Ricky" ist überzogener Trash, viel weiter kann man das Spiel mit dem schlechten Geschmack kaum treiben. Einer der größten Späße, den sich das Kino der 90er Jahre erlaubt hat. Eines der großen Splatterfeste, dicht neben "Braindead". Und ausnahmsweise passt zu diesem genialen Schmarn sogar mal die deutsche Synchro - genauso aufgesetzt wie die Schauspieler & Effekte im Film, mit dem Höhepunkt, dass ein weiblicher Capo von einem Mann synchronisiert wird. Schnappt euch zwei Kästen Bier & eure drei besten Buddies - ihr werdet nicht enttäuscht, wenn ihr die brutale Geschichte Rickys einlegt.
Auch wenn die Gesellschaftskritik der Comicvorlage etwas zu kurz kommt - für das was er sein will, ist der Film nahezu perfekt. Er macht Spaß, ist kurz & kurzweilig, over-the-top wie es der Westen niemals wagen würde & bietet auch noch coole Fights. Vor allem der damals extrem junge Hauptdarsteller ist perfekt & voll bei der Sache, egal ob physisch oder psychisch. Man kann einfach keine ernstzunehmendem Kritik über dieses Chaos schreiben - einfach nur versuchen Begeisterung zu übertragen. Ich hoffe die Macher dieser einzigartigen Gore-Explosion hatten ähnlich viel Spaß, wie sie uns beim Ansehen beschert haben. Wenn Rickys Gegner ihn mit ihren eigenen Gedärmen erwürgen wollen oder der Oberbösewicht, nach einer Mutation in ein Muskelmonster(!), in den Menschenmixer gerät, beweist der Film vor allem eines: nichts ist mehr nicht verfilmbar. Und das hat nichts mit CGI oder Budget zu tun, sondern nur mit Leidenschaft & Mut.
Fazit: die perfekte Symbiose aus Eastern & Splatter. Darf in keiner kultigen Filmsammlung fehlen, gehört ins Oberhaus der Grindhouse-B-Movies!