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Es gibt Filme, deren Erfolge mir schier unlösbare Rätsel aufgeben. Es gibt Filme, die sind so unterbelichtet, dass man förmlich spürt, wie Gehirnzellen beim Konsum dieser absterben. Und es gibt Filme, da wird so sehr gestümpert, dass einem regelrecht schlecht wird. Um es unverblümt zu sagen: Auf "Story of Ricky" trifft all dies zu.

Dabei fängt es gar nicht einmal so verdammt abgründig an. Im Jahre 2001 sind die Gefängnisse privatisiert worden. Die ersten Bilder scheinen da zunächst einen dreckigen, seriösen Knastfilm aus dem Low-Budget-Sektor anzukündigen. Doch dieser Eindruck währt nicht lange und stellt sich als Fehleinschätzung heraus, als die ersten hirnlosen Dialoge gewechselt werden und die schauderhaft schlechten Akteure damit beginnen, durchs Bild zu hampeln. Bereits zu diesem Zeitpunkt ist klar, "Story of Ricky" ist Trash mit besorgniserregender Intelligenzfeindlichkeit.

Inhaltlich entwickelt sich ein dürftiger Plot, bei dem es für unseren Helden Ricky nach dem Prinzip der wiederholenden Steigerung darum geht, Fieslinge auszuschalten. Denn Ricky - in famosen Rückblenden erfahren wir etwas über seine Vergangenheit - sitzt in so einem privatisierten Bau; zusammen mit Typen, die den Ricky nicht mögen. Und da von Rickys Freunden einer nach dem anderen über den Jordan geht, spielt unsere Superkräfte besitzende Leuchte den Moralischen und räumt kräftig auf. Er springt durch Gitterstäbe von Gefängniszellen und durchschlägt Beton so mühelos, dass man sich fragt, warum der Typ nicht gleich einfach ein Loch in die Gefängnismauern reißt und den Häftlingen zur Flucht verhilft.

Natürlich geht das nicht sofort, denn Ricky muss Leute, die versuchen, ihn mit ihren Gedärmen zu erwürgen, zunächst ja noch zu Brei schlagen. Der Splattergehalt ist dabei zwar beachtlich, jedoch lassen viele Effekte an Qualität zu wünschen übrig. Dass in dieser Hinsicht alles absolut überzogen wurde, bedarf keiner weiteren Erklärung - humorvoll ist die Schlachterei deshalb trotzdem nicht. Wo makabere Situationskomik bei "Bad Taste" noch halbwegs funktioniert, fehlt Regisseur Lam Ngai Kai hier jegliches Gespür für eine schwungvolle Inszenierung. "Story of Ricky" glänzt höchstens durch unfreiwillige Komik, nicht durch bewussten Einsatz des Stilmittels Humor. Den Vogel endgültig abzuschießen, vermag schließlich noch die enthusiastische deutsche Synchronisation, die für dieses Werk dann doch würdig erscheint.

Wer sich über ein so horrend stumpfsinniges, grenzenlos deppertes Desaster und so viel Inkompetenz auf einmal amüsieren kann, der soll dies tun. Bis auf Splattereffekte hat dieser Murks aber eigentlich rein gar nichts zu bieten.

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