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Oft wird „Final Hour“ ja als dänisches Horrorhighlight ähnlich „Nightwatch“ abgefeiert, doch an dessen Qualität reicht er leider nicht heran.
Der Titel des Films ergibt sich aus einer gleichnamigen Fernsehshow, die stets auf der Suche nach spekulativen Bluttaten ist und den Tod am liebsten Live filmen möchte. Doch der Starreporter kriegt Stress, weil die letzten Bildschirmleichen nicht mehr ganz so frisch waren und die Leitung mehr Aufregung möchte. Das hat zwar noch wenig mit der eigentlichen Handlung zu tun, verunsichert den Zuschauer aber schon dadurch, dass man direkt potentielle Täter geliefert bekommt.
In einem Gymnasium werden derweil sieben Schüler und Schülerinnen per blauem Brief am Freitagnachmittag in die Schule beordert. Doch als sie im bezeichneten Raum ankommen, wird die Tür versperrt und sie finden die Leiche eines Lehrers. In der Falle sitzend begreifen sie, dass sie sich in Lebensgefahr befinden...

„Final Hour“ ist kein schlechter Horrorfilm und kann den Zuschauer anfangs auch sehr gut verwirren: Ist eventuell einer der Jugendlichen der Killer, mischt der Reporter der Fernsehshow etwa mit oder hat die Sache vielleicht etwas mit einem Lehrermord vor Jahren zu tun? So bleiben stets viele Optionen offen und die Frage, wer denn nun der Killer ist, ist im Gegensatz zu zig anderen Slashermovies nicht direkt nach fünf Minuten klar. Doch leider kann „Final Hour“ diese Spannung nicht komplett aufrecht erhalten.
Gegen Ende werden zwar diverse Möglichkeiten sowie potentielle Täter eliminiert und man scheint schon hinter die Lösung zu steigen, doch der Schluss erweist sich schlicht und ergreifend als unbefriedigend. *SPOILER* Nachdem man sieht, dass weder Polizisten noch Reporter auf dem Hof sind, wie man den Jugendlichen vorgaukelt, kommt ja eigentlich nur eine Manipulation seitens der Fernsehmacher in Frage. Doch stattdessen kommt die übliche Tagtraumlösung, mit der man sich feige aus der Erklärungsnot stiehlt und den Zuschauer extrem unbefriedigt oder sogar leicht verärgert zurücklässt. *SPOILER ENDE* Damit enttäuscht „Final Hour“ gegen Ende leider extrem und vergeudet einiges an Potential.

Denn handwerklich bekommt man hier mehr als solide Slasherkost geboten, die sich gar nicht mal hinter der US-Konkurrenz verstecken muss: Die verlassene, meist in Blautönen gehaltene Schule kommt angenehm gruselig rüber und einige fesselnde Spannungsmomente (meist wenn es um das Auffinden verschwundener Mitschüler geht) kann der Film auch produzieren. Gekillt wird meist im Off, doch ein paar nette Effekte kann der Film doch bieten (z.B. das angeschmurgelte Gesicht auf der Herdplatte oder der Kehlenschnitt).
Darstellerisch muss man leider sagen, dass „Final Hour“ nicht viel besser ist als die meisten Horrorfilme der 80er, denn das agierende Jungvolk spielt doch nur teilweise überzeugend. Leider gibt man den Darstellern auch nur Klischeerollen wie Mauerblümchen, Rowdy oder Aufreißer, was nicht gerade zur besseren Bewertung des Gebotenen führt.

Unterm Strich beweist „Final Hour“ sicherlich Potential und ist teilweise auch ziemlich spannend, doch leider lässt der Film gegen Ende doch deutlich nach und der Schluss ist einfach nur enttäuschend. Leider nur Mittelmaß, wenn auch mit guten Ansätzen.

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