Review

Ja ja, die Dänen haben schon etwas eigenes, mit ihren Horror-Schockern. Boten sie mit "Nightwatch" eine knisternde Atmosphären-Bombe, so zeigten sie mit dem Slasher "Backstabbed - Spiel der Angst" ein mehr als nur gelungenes Slasher-Stück der oberen Klasse, dem es weder an Spannung, noch an ordentlichen Gore-Effekten fehlt. Nun ist mir also der nächste (bzw. frühere, da ja vor "Backstabbed" erschienen) Slasher des Filmlandes Dänemark in die Hände gefallen. Aufgrund vieler extrem guter Besprechungen waren meine Erwartungen entsprechend hoch und wurden im Endeffekt zwar nahegehend aber nicht völlig ausgereizt, trotz eines übergenialem Ende!

"Final Hour" bietet auf den ersten Blick Slasher-Unterhaltung pur. Storymäßig wandelt das Ganze dabei auf annehmbaren, wenn auch größtenteils recht typischen, Slasherpfaden. Ein Team aus jungen Leuten, wird unwissend von einem Fernsehteam mit Frontmann Mickey Holm, in eine Schule beordert. Plötzlich fallen alle Türen zu und eine Leiche taucht auf, die im Laufe der Zeit natürlich nicht die Einzige bleiben soll. Sicher, viel Innovation steckt hier größtenteils nicht drin. Doch mit den bekannten Versatzstücken des Slashers wird gut gespielt, wenn auch nicht immer ganz logisch oder löcherfrei. Eben ein typisches Slasher-Drehbuch der etwas besseren Sorte.

Punkten kann der Film aber vor allem durch seine Atmosphäre, die sich vor allem in der zweiten Hälfte des Films breit macht. Wenn sich die Schüler durch ihre Schule "quälen", dann kann man durchaus von spannender Unterhaltung sorgen. Und vor allem die Rätselraterei um den mysteriösen Mörder läßt einen Schwitzen. Dazu gibt es einige, mitunter recht knackig ausgefallene, Gore-Sequenzen, die dem geneigten Slasher-Freak das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.

Und auch eine gewisse Kritik an der Sensationsgeilheit der Medien, ist nicht zu verleugnen. Reporter Mickey Holm ist wirklich ein prächtiges TV-Ekel, dem wirklich kein Weg zu schwierig oder zu respektlos erscheint, um an seine Mörder-Story inkl. Beweisaufnahmen zu gelangen. Auch wenn er mitunter etwas überspitzt wirkt, so ist er als Medien-Schellte gut zu gebrauchen.

Schade nur, dass sich der Schlitzer mal wieder ne ganze Menge Zeit lässt, bevor er zu Potte kommt. Die Einführung des ganzen Spektakels ist doch mitunter sehr Kaugummiartig geraten, soll heißen dass sich die ersten Minuten doch etwas ziehen. Die Einführung der Figuren und der Versuch ihnen eine gewisse Tiefe zu verleihen, ist, bis auf Mickey Holm, eher unbefriedigend ausgefallen. Hier hätte es durchaus etwas mehr Tempo geben dürfen, zumal man bei einem Slasher eh keine allzu tiefgründigen Charaktere verlangt.

Na ja, dafür entschädigt aber das absolut brillante Ende, was man eigentlich nur loben kann. Wie schon bei z. Bsp. "April Fool's Day" wird dem Slasher-Freund hier ein Ende geboten, dass er so garantiert nicht erwartet hat. Sicher mag es auch den einen oder anderen geben, der mit dieser Wendungs-Bombe nicht viel anfangen kann (hiermit grüße ich mal ganz lieb meinen Review-Kollegen McClane;)) und sie als "Flucht aus der Erklärungsnot" oder Ähnliches sieht (was ich nun überhaupt nicht nachvollziehen kann), aber der größte Teil der Slasher-Freunde dürfte doch begeistert, von diesem wirklich völlig unüblichen Ausgang, sein. Bravo!

Zu den Darstellern sei noch gesagt, dass sie ihre Sache allesamt recht gut machen, zumindest wenn man nach Genre-Maßstäben misst. Allesamt sind sie eher unbekannte Gesichter, womit man allerdings auch keine sonderlichen Erwartungen an irgendwelche einzelnen Darsteller-Leistungen richten kann. Von daher kann man sich mit dem Gebotenen durchaus zufrieden geben!

Fazit: Gelungener Schlitzerstreifen aus Dänemark, der mit seiner knackigen Atmosphäre, einem gelungenen Ratespiel um den Mörder und einem mehr als nur genialen Ende, so ziemlich alle Erwartungen erfüllen kann, die man an einen Slasher haben darf. Schade nur, dass sich der Streifen am Anfang zu viel Zeit lässt um in Gang zu kommen und dabei krampfhaft versucht seinen Charakteren eine (im Endeffekt nicht vorhandene) Tiefe einzuhauchen, die sie eigentlich gar nicht brauchen. Ansonsten kann der geneigte Slasher-Freak aber mehr als zufrieden sein.

Wertung: 7,5/10 Punkte

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