Review

Sieben Schüler werden wegen Fehlverhaltens nachmittags in die Schule bestellt, wo sie mit einem Video empfangen werden: Ein Mord ist passiert und ihre Aufgabe ist es, den Mörder zu finden, doch zunächst mal sitzen sie in dem Klassenraum eingeschlossen fest. Die Legende des von einer Schülerin verschmähten Lehrers, der nach einer Vergewaltigung von Mitschülern umgebracht wurde, interessiert auch den blutrünstigen Sensationsmoderator Mickey Holm der Sendung "Die letzte Stunde". Als schwarze Persiflage auf den Realitywahn mit gleichzeitiger Abstrafung ungezogener Schüler in einem tödlichen Spiel ähnelt der Plot entfernt "Battle Royale", oder, etwas näher, "Kolobos", als dänische Low Budget Produktion mit No Names vor der Kamera. Eine große, bis ins Detail funktionierende Story erzählt "Final Hour" trotz der Mysteryelemente nicht wirklich, dafür wird die Slasherstory etwas variiert und mit wenigen, doch saugeilen Goreeinlagen gewürzt. Die Teenager sind keine Soapgesichter, die sich die Zehnerkarte beim Chirurgen in Hollywood teilen und die nächtliche Schule bietet eine schöne Suspenseatmosphäre. In dunklen Gängen wird die Gruppe Stück für Stück dahingerafft, was man genau so wenig sieht, wie den Killer. Die Ergebnisse seines Schaffens haben es dafür grafisch in sich, besonders, wenn z.B. ein Gesicht auf der Herdplatte vor sich hin brutzelt. Unterbrochen wird das tödliche Treiben von der absurden Berichterstattung des "Final Hour" Teams und Mickey Holm, was für eine ungewohnte Auflockerung im Szenario gut ist. Die Grundstimmung bleibt davon unberührt und die ist gelungen, wie ein Slasher mit gering ausgeleuchteten Sets eben sein sollte. Ein beachtliches Spielfilmdebüt von Martin Schmidt, der noch vor seinem "Backstabbed - Spiel Der Angst" ein geringes Budget auf zwei Handlungsstränge und eine kurze Laufzeit verteilt. Sicher kein zweiter "Nightwatch", doch in seiner Slasherkategorie recht gut unterhaltend.

Fazit: Ungewöhnlich und schon daher einen Blick wert. Trotz Abstrichen beim Drehbuch und der Low Budget Umsetzung ein kleiner, sehenswerter Slasher mit zynischer Medienbetrachtung. 6/10 Punkten

P.S.: Diese Review bezieht sich auf die leicht gekürzte Fassung von Screen Power.

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