Review

Dem Succubus, einem weiblichen Teufelswesen, das Männern beim Geschlechtsverkehr die Lebensenergie raubt, stünde durchaus ein ordentlicher Horror-Thriller zu. Doch Autor und Regisseur Kim Bass schafft es kaum, der an sich brauchbaren Grundidee Spannung und Momente zum Mitfiebern zu verpassen.
Und trotz zahlreicher Bikini-Girls kommt bei alledem kaum eine erotische Stimmung auf, - auch das muss man erstmal hinbekommen.

Ohnehin wird einem das Sympathisieren mit Hauptfigur Adam (Robert L. Mann) verdammt schwer gemacht. Er ist der Sohn eines Milliardärs (David Keith) und verbringt mit seinem Kumpel ein Wochenende am Strand von Cancun, Mexiko. Hier geht es einzig und allein darum, viele Frauen in die Kiste zu bekommen und sie dabei heimlich zu filmen.
Adams Bettbekanntschaften enden mit der geheimnisvollen Lilith (Natalie Denise Sperl), die ihm nach seiner Rückkehr nach L.A. das Leben zur Hölle macht. Dabei ist der Mord an seiner Freundin erst der Beginn…

Nein, Adam und sein Kumpel sind nicht die Typen, mit denen ich es zu tun haben möchte. Neureiche Poser, Aufschneider und Sprücheklopfer, versnobt, arrogant und ausschließlich schwanzgesteuert.
Also könnte man die Sympathien auf die Gegenseite lenken, doch diese hat außer einem hübschen Gesicht und makellosem Körper eben auch nichts zu bieten, denn ihre wahren Absichten lässt sie nie so recht durchscheinen.
So hat man die gesamte Zeit den Eindruck: Eine Frau mit leicht übersinnlichen Fähigkeiten verfolgt einen Snob, na und?

Da mag das erste Aufeinandertreffen zwischen Adam und Lilith noch vages Interesse erwecken, aber spätestens, wenn sie unangemeldet bei seiner Pool-Party in L.A. auftaucht, sich ein weiters mal über Adam hermacht, um sich von einer Sekunde zur nächsten in Luft aufzulösen, hat man bereits die Faxen dicke.
Da können die zwei Morde an ihm nahe stehenden Personen ebenso wenig Spannung erzeugen, wie Hilfegesuche bei Dad oder die Verdächtigungen der ermittelnden Polizistin (Kelly Hu).

Im Gegenteil, im letzten Drittel driftet man ins Lächerliche ab, wenn Adam per Internetrecherchen auf die Nummer eines Dämonenjägers (Gary Busey) stößt und der ihm dann einige Utensilien aushändigt, woraufhin sich Adam mit Pentagramm und Kerzen auf dem Boden auf die finale Auseinandersetzung vorbereitet. Dazu gesellen sich billige Nebel – und Lichteffekte und fertig ist der fast tempolose Showdown, da rettet der abschließende, bereits im Vorfeld erwartete Gag herzlich wenig.

Denn alledem fehlen Szenen mit Schmackes, Momente, in denen die Bedrohung durch den Succubus wirklich fühlbar wird, da der geheimnisvollen Frau schlicht zu wenig Präsenz eingeräumt wird.
Einzig ein kleines Luftduell zwischen zwei Jets wurde ansehnlich umgesetzt, allerdings trägt dieses auch kaum dem Vorankommen der Handlung bei und scheint eher eine Sequenz zu sein, die der Regisseur auf günstige Art und Weise realisieren konnte, um sie anschließend irgendwie unterzubringen.

Gleiches gilt für die vielen, durchaus ansehnlichen Frauen, die zwar eine Menge halbnackter Haut präsentieren, aber bei den Erotikszenen hält es keine für notwendig, den BH auszuziehen. So wirken einige Einstellungen zwar neckisch, aber im Gesamtbild erscheint das alles doch recht prüde, wie eine gute Absicht, der am Ende der letzte Mut zur Durchsetzung fehlt.

Zwar retten einige kurze Gastauftritte bekannter Gesichter (Keith, Busey, Lorenzo Lamas), sowie die solide Leistung des Hauptdarstellers Robert L. Mann noch etwas, doch ein spannender Thriller mit Erotikpunkt und Nervenkitzel sieht eben anders aus.
Inhaltlich zu ereignislos, inszenatorisch zu unauffällig.

So bleibt von der geheimnisvollen Frau, die ihren Körper blitzartig verschwinden und erscheinen lassen kann, am Ende nicht viel hängen, weder von den rotleuchtenden Klüsen, noch von den durchaus verführerischen Blicken.
Im Gegenteil, ein mir neuer Ausdruck ganz am Rande bleibt haften, denn zur männlichen Pinkelpause sagt man hier: „Ich geh mal meinen Lurch würgen"...
3 von 10

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