"Hättest Du Dir doch bloß einen runtergeholt..."
Der Name ist in diesem Fall zu hundert Prozent Programm: "Devil´s Den" ist ein durchschnittlicher Abklatsch des Splatter-Kults "From Dusk Till Dawn". Die Story ist nahezu identisch - der Vollständigkeit zu Liebe will ich sie dennoch kurz zusammenfassen:
Die beiden Freunde Quinn (Dewon Sara - "Die Killerhand") und Nick (Steven Schub) sind mit dem Auto unterwegs, für im ganzen Land ihren rotzigen Drogen-Cocktail zu verscherbeln. Die beiden machen Rast in der Spelunke "Devil´s Den", ein Ort, an dem es reichlich Möpse und Alkohol gibt. Nach der "Stripperin des Abends" verwandeln sich alle Bedienungen und sonstige Furien in blutrünstige Menschenfresser (in diesem Fall sind es keine Vampire, sondern Ghouls - Wow, ich bin sprachlos), die über das Publikum herfallen und alles wegmetzeln, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Bis auf Quinn, einer Auftragskillerin (Kelly Hu), einem Monster-Jäger (Ken Foree) und einer Bedienung (Karen Maxwell) überlebt dieses Massaker keiner. Der Jäger ist fest von den Legenden überzeugt, dass man lediglich den Anführer der Bestien töten muss, um diesem Spuk ein Ende zu bereiten. Das Quartett verschanzt sich, um danach zurückzuschlagen...
Dass die Story ein billiger Abklatsch ist, stört mich ganz und gar nicht - wer hätte schon was gegen einen Abend mit ´nem guten "FDTD"-Hirnlos-Klon ? Leider krankt "Devil´s Den" an zwei Sachen: Dem fehlenden Budget und den blutleeren Action-Sequenzen.
Das magere Budget macht sich durch den ganzen Film bemerkbar. Beispielweise sieht man "Devil´s Den" in keinem Panorama-Bild, das könnte genauso gut die Stadtkneipe um die Ecke sein und wirkt nicht im Ansatz furchteinflößend. Auch sonstige Locations wirken relativ billig (Die Höhlen sehen wie zusammengekleisterte Pappe aus). Dies zählt auch für die Effekte: Bei dem "großen Zwischenfinale ( das "Outen" der Ghouls, dass sie dann doch keine Menschen sind und danach alles abschlachten) sitzt der Zuschauer mit offenem Mund vor dem Fernseher, und fragt sich, ob das da wirklich schon alles war (wenn man mit dem großen Vorbild Vergleiche zieht). Reihenweise wird an Menschen rumgeknabbert oder Vampire werden über den Haufen geschossen - Bissspuren sowie Einschusswunden oder sonstiges Gesplattere sucht man jedoch vergeblich. Es sieht beinahe schon lächerlich aus.
Ein paar mal werden Köpfe und Gliedmaßen abgetrennt, jedoch ist das in Relation mit dem Bodycount ein Witz.
Wer denn nun der Big Boss bei den Ghouls ist, kann jeder durchschnittlich geschulte Genre-Fan zwanzig Meter gegen den Wind riechen - das wirkt sich auch nicht besonders positiv auf "Devil´s Den" aus.
Was mich am meisten genervt hat, sind die ständigen "Shoot Outs" der Auftragskillerin. Nicht nur, dass sie (wie eben erwähnt) gänzlich blutarm sind - nein, viel schlimmer ist die Tatsache, dass sie wirkungslos sind. Jeder Arschtritt und jede Backpfeife hinter die Löffel sind effektiver als die Schusswaffen. Trotzdem ballert Lara Croft für Arme (natürlich ohne nachzuladen) sich durch alle Settings die Finger wund.
Was man "Devil´s Den" zu gute halten kann, ist, dass der Film gänzlich ohne Hänger auskommt. Selbst die Dialoge sind für solchen hirnfreien Konsum interessant ausgefallen.
Der Humor und die flotten Sprüche von Dewon Sava (der leider mit Gewichtsproblemen und fehlendem Charisma mehr zu kämpfen hat als gegen die Ghouls) lockern das Treiben öfters auf ( Die Anleihe auf seinen Held Zatoichi, was dieser denn in der Situation unternehmen würde, ist der Brüller schlechthin). Im Finale, dass zwar reichlich unspektakulär aber zum Brüllen komisch ist, findet Sawa dann doch noch zur Höchstform.
Regisseur Jeff Burr muss sich nun mal hauptsächlich an der Tatsache messen lassen, dass, wenn man schon einen "From Dusk Till Dawn"-Klon abfilmt, dieser zumindest dem Splatter ebenbürtig sein sollte. Da es auf diesem Gebiet wenig bis gar nichts zu holen gibt, hat er in meinen Augen versagt und ganz klar seine angepeilte Zielgruppe nicht erreicht.
Mit einem Trash-Pünktchen und gutem Willen kann man "Devil´s Den" vorsichtig empfehlen. Schade, wenn die nötige Härte vorhanden gewesen wäre, hätte der Film dank des Humors Potential gehabt, in höheren Regionen der Bewertung zu landen.
5/10