Review

Und noch eine Runde in der Cash-In-Sequelwelle: der unter Horrorfans ja wohlgelittene "Pumpkinhead", eines der angesehensten, da von Stan Winston kreierten Monster der 80er, fand nach einem eher mäßigen Sequel in den 90er Jahren, schließlich fast zwanzig Jahre nach seinem Debut noch zwei schnelle Nachzieher, die im Wellental der Erkenntnis, daß man günstig Billiggrusler in Osteuropa drehen kann, back-to-back in Rumänien 2006/2007 runtergekurbelt wurden.
Während den Ersten immerhin Dokufachmann Jake West (Evil Aliens, Doghouse) seinen Namen hergab (immerhin hatte er auch Doug Bradley im Gepäck), bliebt für den zweiten (oder vierten, je nachdem) Film nurmehr auch der aus Teil 1 per Lohnscheck herüber gerettete Lance Henriksen übrig, während auf dem Regiestuhl der Cheapo-erfahrene Michael Hurst saß.

Dennoch gibt es sicherlich schlimmere Filme, über die man sich erbrechen kann, denn ausnahmsweise sieht man dem fertigen Produkt seine Herkunft mal nicht an, weil Hurst und Co. darauf achteten, die Hillbilly-Rachestory schön hinterlandsamerikanisch aufzuziehen.

Substanziell wird hier eigentlich die Basisstory von "Romeo und Julia" wieder aufgekocht, zwei seit Generationen bis aufs Blut verfeindete Familien vielköpfiger Deppenschar und selbstmurmelnd eine Love Story zwischen einem Buam hier und einer Maid dort. Prompt finden natürlich zwei Rednecks die Spur zum tete-a-tete und meucheln versehentlich die Anstandsschwester unseres Helden, der dann sogar den Elchtest ans Auto gebunden querfeldein überlebt. Haßerfüllt läuft er zur gruftigen Waldhexe und verpfändet seine Seele dem Pumpkinhead, der auch sofort ans Werk geht und die Hatfields dahinslasht. Bis es seiner Holden zu bunt wird.

"Blutfehde" ist eigentlich ein ganz solider Lidl-Slasher, der ganz von seinen freundlich verteilt Gore-Effekten lebt, aber sonst leider an Vorhersagbarkeit krankt. Die Redneck-Bimbos beim Aufmischen und Rumpöbeln zuzuschauen macht anfangs noch Spaß, aber sobald die Love Story rollt, ist der Weg vorgegeben. Dann machen die Effekte zwar noch Spaß, aber das andauernde Fehdengerede und die Pöbelei, selbst als sich die Familien längst geeinigt haben, den Zwist ehrenhalber endlich zu begraben, werden irgendwann zuviel.
Noch schlimmer, daß es klar ist, daß unser Herzensbubi natürlich selbst dran glauben muß und möglichst durch die Hand der andauernd vorgewarnten Maid Jodie, die stets und ständig von Ed Harley (hier nimmt Lance Henriksen zum dritten Mal seine Rolle aus dem Original wieder auf - und zwar als Geist) an ihr zukünftiges Schicksal gemahnt wird, aber selbst angesichts eines enormen Dauergeschlachtes (familienübergreifend) in der heimatlichen Butze endlos zögert, dem Galan den Hahn zuzudrehen.

Solide bis eklige Effekte und ein brauchbares Monsterkostüm können Genrefans dann den Tag retten, aber die Sabbelei, das Gestreite und das Verleugnen der Heldin brauchen irgendwann auch die letzte Geduld auf, um den Film vor dem Vorspulen zu bewahren, da können noch so viele Prosthetics durch die Gegend fliegen. Atmosphärisch ist der Eindruck solide, die Ausstattung für die Preisklasse stimmig und die Darsteller optisch solide ausgewählt, ergo bleibt ein Mikrowellenhappen, bei dem man sich zwar nicht ärgern muß, aber sich streckenweise langweilen könnte. Gibt Schlimmeres. (4/10)

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