Review

"Keep away from Pumpkinhead, unless you're tired of living.
His enemies are mostly dead. He's mean and unforgiving."
(Kinderreim)

Etwa ein Jahr nach dem schwachen dritten Teil erschien mit Pumpkinhead: Blood Feud (Pumpkinhead: Blutfehde) das vierte und bislang letzte Kapitel der Pumpkinhead-Saga. Und Drehbuchautor und Regisseur Michael Hurst gelang, womit nicht zu rechnen war. Sein zur Gänze in Rumänien entstandener Film ist nicht nur - für sich stehend - ein flottes und gefälliges Creature Feature, er ist auch der zweitbeste Teil der Reihe. An Stan Winstons famoses Original Pumpkinhead (1988) kommt sein Beitrag zwar bei weitem nicht heran, aber die durchwachsenen respektive enttäuschenden Sequels von Jeff Burr (Pumpkinhead II: Blood Wings, 1993) und Jake West (Pumpkinhead: Ashes to Ashes, 2006) übertrumpft er mit Leichtigkeit. Der Hauptgrund dafür ist wohl, daß erstmals seit dem Original sowohl die Geschichte als auch die Figuren wieder (halbwegs) zu überzeugen wissen. Es sind keine Charaktere, mit denen man groß mitfiebern kann, aber sie sind das entscheidende Quentchen mehr als die uninteressanten Stereotypen, welche die vorangegangenen zwei Filme bevölkerten. Zudem vergeudet Hurst keine Zeit mit langweiligen Nebenplots (gut, den herumgeisternden Lance Henriksen hätte er sich sparen können), sondern konzentriert sich voll und ganz auf die wesentliche Handlungsebene, die titelgebende Blutfehde, welche dermaßen eskaliert, daß Pumpkinhead hinzugezogen wird.

Die Hatfields und die McCoys, zwei alteingesessene Hinterwäldler-Clans, sind bereits seit Jahrzehnten verfeindet. Es regiert der blanke Haß, und das lassen sie die jeweils andere Sippe auch bei jeder Gelegenheit spüren. Die einzigen Ausnahmen sind Jodie Hatfield (Amy Manson, Doom: Annihilation) und Ricky McCoy (Bradley Taylor), denn diese beiden jungen Menschen haben sich gegen jede Wahrscheinlichkeit ineinander verliebt. Es ist eine Liebe, die nicht sein darf, und so wird sie so gut es geht verheimlicht. Jedoch nicht gut genug, denn zwei von Jodies schmierigen Brüdern bekommen Wind davon und crashen brutal das Liebesnest der Turteltäubchen im Wald, mit schmerzhaften und gar tödlichen Konsequenzen. Ricky giert daraufhin nach Rache und setzt den bekannten Ablauf eines Pumpkinhead-Filmes in Gang. Man kennt das ja: Besuch bei der Hexe Haggis (Lynne Verrall), Aufklärung über die fatalen Konsequenzen und Beschwörung des Rachedämons Pumpkinhead (Bob Gunter), dann geht es den Hatfields an den Kragen. Der gesamte Clan soll ausgelöscht werden; lediglich Jodie muß verschont bleiben. Das folgende Gemetzel setzte Michael Hurst sehr solide in Szene, wobei er seiner Affinität für saftig-derbe Gore-Eskapaden großzügig Auslauf gewährte. Pumpkinhead: Blood Feud ist so blutig wie sämtliche Vorgänger zusammen.

Da werden Köpfe zu Brei zermantscht, Gliedmaßen abgetrennt, Messer in Münder gestoßen, Leiber ausgeweidet; die Pranke der Kreatur durchschlägt einen Körper und drückt die Wirbelsäule gleich mit raus, Därme glitschen aus geöffneten Bäuchen, Blut spritzt reichlich. So brachial wie hier ist das Ungeheuer noch nie zu Werke gegangen. Es ist wie eine Naturgewalt, die - sobald einmal entfesselt - alles platt macht, was ihren Weg kreuzt. Gary J. Tunnicliffes Effekte können sich durchaus sehen lassen, sind überwiegend handgemacht, hin und wieder jedoch mit CGI "verfeinert". Das Monster wirkt wieder bedrohlicher als in Ashes to Ashes, und es ist sehr präsent. Hurst behandelt das Material mit Respekt, macht aber den Fehler, in seinem Aufguß auf jedwede Originalität zu verzichten. Das musikalische Thema zu Beginn und am Ende, Country-lastig und melancholisch, läßt wehmütige Erinnerungen an das unübertroffene Original aufkommen; der Rest von Rob Lords Score ist leider bloß Durchschnitt. Die Stimmung ist einmal mehr zappenduster, der Ton ernst und humorlos. Das Tempo ist recht hoch, Längen gibt es kaum, und Hurst schafft es einige Male, daß die gewünschten Emotionen beim Zuschauer auch ankommen. Pumpkinhead: Blood Feud ist ein kleines, deftiges Horror-Häppchen mit Anleihen bei Shakespeare. Romeo und Julia mit Monsterbeilage sozusagen.

Details
Ähnliche Filme