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Was ist der Grund sich eine Dokumentation anzusehen !?

Für mich steht der Informationsgehalt im Vordergrund. Ich möchte danach sagen könne, ja, ich habe etwas gelernt, ich habe Informationen bekommen, die mir neu waren, die ich evtl. anwenden oder die mir in Gesprächen einen intellektuellen Vorteil verschaffen könnten.

"Going to Pieces" bezeichnet sich selbst als eben solche Dokumentation, und man muss sich zuerst einmal fragen, wen ein Film über "The rise and fall of slasher films" interessieren könnte. Otto-Normalbürger dürfte erst einmal vom Thema und dann von der Altersfreigabe abgeschreckt werden. Eine Doku, die nicht für Jugendliche geeignet ist ? Den Fan des Genres dürfte das nur noch mehr anstacheln sich den Film anzusehen. Also können wir die Frage als insofern beantwortet ansehen, dass sich nur Fans des Genres Slasher-Film für eine derartige Doku interessieren dürften.

Als eben solcher weiß ich warum ich auf diese Art der Gewalt stehe, warum ich barbusige Schnecken durchs Bild hupfen sehen will und wie die Prinzipien der Handlung aufgebaut sind. Was mich interessiert ist die Geschichte dieser Art Kino, Skandale, mindestens ein Interview mit Hershell G. Lewis, dessen Filme maßgeblich an der Einführung des Ratings (insbesondere des R-Ratings) beteiligt waren, etwas über die Beweggründe der Filmemacher, ihren Hintergrund, irgendwas interessantes. Warum präsentiert mir dann bitte GtP nur einen Best-of Zusammenschnitt sämtlicher Tötungsszenen ? Warum reden Wes Craven, Sean Cunningham, Tom Savini und Konsorten so gut wie ausschließlich nur darüber, warum diese Gewalt anders und ungefährlicher ist als echte ? Mensch Leute, ICH MAG DIESE ART FILM ! Ich weiß verdammt nochmal selbst, warum diese Gewalt besser ist. Wenn ich jemanden will der mir nach dem Mund redet, brauch ich mir keinen Film dazu ausleihen !

Tja, ich kürze es ab: Als Doku ist "Going to Pieces" ein Witz, wenn der Abspann über den Bildschirm flimmert ist man genauso schlau wie vorher. Als Bonus auf ner DVD zu irgendeinem Metzler geht das ok, aber als eigentändiges Filmchen ist es eine Frechheit, zumal einige bekannte Produktionen die maßgeblich an der Enwticklung des Genres beteiligt waren einfach unter den Tisch gekehrt werden. Allen voran möchte ich hier High Tension erwähnen !
 
Schade, aber hierbei handelt es sich nur um einen weiteren Versuch auf den fahrenden Zug aufzuspringen und noch ein wenig am Cashcow-melken beteiligt zu sein !

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