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„The Rise and Fall of the Slasherfilm“ – eine von mehreren Dokus, die sich im Genre Horrorfilm in den letzten Jahren in die Videotheken geschlichen haben, aber wie so oft ist auch hier das Ergebnis zwiespältig, selbst für die Zielgruppe eher halbgar.

In gerade mal knapp 90 Minuten arbeiten die Dokufilmer das gesamte Gebiet von den Ursprüngen und Einflüssen aus über die Klassiker der später 70er Jahre bis zum Niedergang der Qualität durch VHS und der Wiedererweckung in den 90er Jahren ab.
Das klingt nicht nur knapp, das ist es auch, zu knapp.

Zwar hat Jeff McQueen mit seiner Crew für die Verfilmung von Adam Rockoffs Sachbuch eine schier unglaubliche Anzahl von Slasherfilmikonen und – gesichtern bekanntester Art versammelt, Regisseure, Autoren, Effektleute und Schauspieler, die nicht nur bereitwillig sondern auch sehr amüsant aus der Nähkiste plauschen, aber es gab selbst in einem inhaltlich so limitierten Subgenre wie dem Slasherfilm zu viele Beispiele, Elemente, Strömungen und Stars, das man sie alle hätte unterbringen können.

Dennoch wird dies nach Kräften versucht und in einzelnen, elementaren Kapiteln über Inhalte, Mechanismen und Vorkommnissen nebst Klassikern versucht man sich tapfer an allem.
Das führt aber dazu, dass alle Gäste geradezu hektisch aneinander geschnitten werden, eine rasante Collage, die einem vieles gibt, aber nicht zum Genießen kommen lässt.
Unterbrochen von vielen, qualitativ hochwertigen Filmschnipseln und Schlüsselszenen, ist einfach nur Tempo angesagt und die Wiedersehensfreude bei Horrorfans hält sich in Grenzen, denn kaum hat man etwas erkannt, geht es auch schon mit Volldampf zur nächsten Station.

Das lässt fast den Eindruck zu, als hätte man hier ein dreistündiges Werk auf seine halbe Länge getrimmt, damit das Essentielle drin ist, Halloween, Friday, Freddy, dazu noch ein paar kanadische Einflüsse, etwas Giallo und so kontroverse Filme wie „Stille Nacht, tödliche Nacht“, „Camp des Grauens“ oder „Slumber Party Massacre“, der sonst den Fans kaum eine Fußnote wert ist.

Das wesentliche Problem bleibt die Zielgruppe. Die Horrorbuffs nehmen den Film höchstens als amüsanten Snack, für Interessierte ziehen die Informationen einfach zu schnell vorbei und gänzlich Uninformierte verirren sich im Gewirr von hereinschauenden Gesichtern wie Felissa Rose, Betsy Palmer oder Harry Manfredini.
Darüber hinaus ist Kenntnis des Genre schon allein deswegen zu empfehlen, weil mit den vielen Filmausschnitten praktisch ungebremst gespoilert wird, die Höhepunkte abklopfend.

Immerhin, als Dokusnack funktioniert das alles noch, aber echte Slasherfans werden kaum Information hinzugewinnen, wenn sie über Mechanismen und Elemente schon mal einen Gedanken verloren haben und das hat fast jeder, der „Scream“ gesehen hat.
Insofern stellt sich die Frage nach dem Sinn – eine mehrteilige sorgfältige Doku ohne Eile hätte dem „Slasher“ sicher mehr genützt. (5/10)

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