Der zweite Feature Film des in Calgary, Alberta geborenen und das Werk hier vor Ort auch drehenden Regisseurs, Produzenten, Co-Editor und Co-Autoren David Winning, welcher noch den Zero Boys - Verschnitt Storm - Menschenjagd am Dollargrab a.k.a. Junge Scharfschützen (1987) gedreht hat, nach einigen noch wenigen Ausflügen in die Gefilde des (Action- oder Psycho-)Thrillers für Erwachsene wie dem wahrscheinlich noch bekanntesten Profile for Murder (1996) eher für das Fernsehen und dort die Serien und zuletzt viel an Weihnachtsfilmen für den Hallmark-Sender verantwortlich ist. Winning hat hier mit dem ebenfalls kanadischen Michael Ironside und noch M. Emmet Walsh immerhin zwei gestandene Mannsbilder vor der Kamera, einen griffigen Titel mit ebensolchen Plot und einer reißerisches Motiv; das Werk ist vom Cover her zumindest den treuen Videothekengänger bildlich ein Begriff und auch mit entsprechenden Assoziationen (eine leicht bekleidete Frau, ein grimmiger Mann mit großer Waffe) und der Tagline "...the focus is on terror" belegt. Gedreht in knapp vier Wochen im Oktobermonat 1990, wobei einiges an Produktionsmittel seitens der Alberta Motion Picture Development Corporation geflossen ist und der Rest der verantwortlichen u.a. aus Winnings Groundstar Entertainment besteht:
Nach dem plötzlichen Tod seines Bruders Ric Oliver [ Paul Austin ] bekommt sein Bruder Max Oliver [ John Pyper-Ferguson ], ebenfalls ein Fotograph, überraschend Besuch von Luther Kane [ Michael Ironside ], Bruder des amtierenden und auch neu kandidierenden Senators John Kane [ M. Emmet Walsh ]. Luther verlangt die Herausgabe eines speziellen Filmes, der den Politiker wohl in Begleitung der jungen Prostituierten Stacey [ Barbara Gajewska ] zeigen soll, Max selber weiss davon zwar nichts, es hilft ihm allerdings auch nicht. Zunehmend unter Druck gesetzt und bald selbst in einem Todesfall verwickelt, kann ihm nur noch die befreundete Shelley [ Krista Errickson ] helfen.
"No press. No police. I'll see you tomorrow night."
Die Neugier ist der Katze Tod, wird der erste Mann mit der Kamera im Anschlag und den Bildern als Beweis hier schon kurz darauf ermordet und auf der Flucht vor dem Killer mit der Waffe gestellt; ein Observieren mit Todesfolge, bei der die anschließende Verfolgung Auto - Motorrad zuungunsten des Flüchtigen ausfällt. Die Rechnung dafür stellt dann der Bruder, im weiteren Verlauf der Geschichte, die gerade erst begonnen hat und für Manche schon das Ende ist. Anfang Herbst wird geschrieben, die Landschaft ist schon am Verblühen, die Gegend grau bis blass gelb, die Sonne scheint noch, aber gibt bloß noch den Anschein der Wärme und auch die Handlung selber ist mit negativen Anzeichen geschmückt.
Dabei wird gerade eingangs mit Parallelität, mit Gemeinsamkeiten auf beiden Seite der Medaille, mit zwei Pärchen von Geschwistern und eines davon auch grundsätzlich mit der Pentax oder der Polaroid bewaffnet und mit dem Motorrad beritten erzählt. Einer macht die Fotos, einer sucht und zerstört sie, einer steht in der Öffentlichkeit, einer sucht die Dunkelheit, dazwischen die Ereignisse mit Bezügen von Politik, Presse und Polizei, die so wie hier gehandhabt allerdings tatsächlich eher an einen Fernsehfilm erinnern und zeitweise auch mit seltsamen Sprüngen und nichtigen Füllmaterial gehandhabt sind. Gedreht ist das recht statisch, zuweilen wirkt das Gezeigte eher wie die Vor- und Nachwehen einer Momentaufnahme, wie die Vorbereitung und das Warten auf ein geeignetes Motiv, dass dann vielleicht auch kommt, aber in dem vielen Unnötigen nicht registriert wird oder seine Wirkung durch die Masse von Zähigkeit verliert. Zwischendurch gibt es die Rückblende der nackten (und halb so alten) Gespielin, dann eine Albtraumszene mit "Nightmare Paparazzi" und einer barbusigen Gefährtin, dann eine merkwürdige sexuelle Konnotation (Asphyxiophilie), die letztlich mit einem tatsächlichen Mord und einem vorgetäuschten Mörder, da eigentlich Unschuldigen und Sündenbock der ganzen Affäre in eine immerhin kreative Gewalttat mit einem Gürtel und Sekundenkleber umschlägt.
"You killed my happy ending!"
"To hell with your happy ending!"
Ein elaboriertes, exaltiertes, aber auch absurdes und zunehmend löchrig-langweiliges Katz-und-Mausspiel ist die Folge, eine anhaltende Erpressung, in der ausgerechnet der Berufsfotograf mit einem Polaroid unter Druck gesetzt und dadurch in einem andauernden und auch jegliche Plausibilität verlierenden Albtraum mit einer stets am falschen Ort zur falschen Zeit auftauchenden Toten als Druckmittel und Belastung gefangen ist. Zuweilen wirkt dies wie ein (schlechter) De Palma, wobei das Geschriebene auch dort oftmals wenig Hand und Fuß und keinen hat, aber besser oder zumindest wirksamer gedreht ist. Die Hauptfigur des Unschuldigen und irgendwo auch Naiven und Wehrlosen könnte auch Craig Wasson sein, der Gegenüber auch von Gregg Henry gespielt, die Hasche in u.a. einer nächtlichen Achterbahnfahrt mit einer Prostituiertenleiche als unfreiwilliger Beifahrer und einem in der Luft flatternden Beweisbild hat mehr Frage- als Ausrufezeichen und mehr Lacher als Thrill.