Die Bilder, die vor nunmehr 20 Jahren entstanden, haben sich tatsächlich wie eine buchstäbliche Flugzeug-Apokalypse eingebrannt. 9/11 wurde bereits einige Male zum Anlass genommen, mit Spekulationen und Verschwörungstheorien zu hantieren, speziell mit denen, die sich vor den Anschlägen ereigneten. Autor und Regisseur Leigh Scott muss man allerdings unterstellen, sich mit diesen nie so wirklich auseinander gesetzt zu haben.
August 2001 in Minnesota: Als ein Kunde arabischer Herkunft die Stunden am Flugsimulator bar begleicht, denken sich die Betreiber noch nicht viel dabei. Doch Auffälligkeiten häufen sich und das FBI wird kontaktiert. Zugleich versucht ein Team getarnter Journalisten an Information über Bin Ladens Terrorring zu gelangen…
Wenn die Produktionsschmiede von Asylum ihre Finger im Spiel hat, ist ein Mockbuster nicht weit, doch die im selben Jahr entstandenen „World Trade Center“ von Oliver Stone und „Flug 93“ von Paul Greengrass haben mit dem vorliegenden Werk bis auf den Stichtag der Anschläge wenig gemein. Hier geht es ausschließlich um die Vorgeschichte, die Nachforschungen diverser Organisationen, was mit Rückblicken bis 1995 nach Manila zurückreicht. Der Bezug zu den tatsächlichen Ereignissen wird dabei kaum greifbar.
Denn nicht nur die handwerkliche Verpackung mit verwackelter Handkamera in pseudodokumentarischem Stil ist unerträglich. Hinzu kommen überaus kontrastarme Einstellungen, welche einen amateurhaften Look entstehen lassen, der sich mit den durchweg laienhaft agierenden Mimen um Griff Furst noch mehr manifestiert.
Der Score weiß ebenfalls nicht viel mit dem Durcheinander anzufangen und dümpelt folgerichtig ohne jede Betonung mit nichtigen Hüllkurven vor sich hin.
Die im Nachhinein ermittelten Fakten lässt Scott dabei nur vage und eher willkürlich einfließen, zumal er ständig zwischen den Jahren hin und her pendelt und Handlungsorte wie Tel Aviv, Kabul oder London streift, ohne entscheidende Details zu offenbaren. Es gibt unzählige Kompetenzgerangel und Richtliniendebatten, während sich noch nicht einmal eine Hauptfigur herauskristallisiert. Momentaufnahmen ohne Inhalt.
Die eigentlichen Ereignisse vom 11. September werden dabei komplett ausgeklammert, es gibt weder entsprechende Archivaufnahmen, erst recht keine Bemühungen, etwa das WTC vor den Anschlägen einzubinden. Von etwaiger Action ganz zu schweigen, es sei denn, angedeutete Folterszenen ohne Blutvergießen werden als solche interpretiert.
Folgerichtig gibt es abschließend null neue Erkenntnisse und einen komplett nichtigen Streifen, der in seiner minimalistischen Verpackung jeden abschreckt, der sich für die historischen Hintergründe interessieren könnte.
2 von 10