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Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg zieht die James-Younger-Gang gegen einen rücksichtslose Eisenbahngesellschaft ins Feld. Eine schlichte Story, die ebenso schlicht ausgefüllt wurde. Ja stellenweise wirkt "American Outlaws", der Titel lässt es fast schone erahnen, fast schon peinlich platt. Tiefgang und echte Dramatik sind auch mit der Lupe nicht auszumachen, stattdessen gibts Krieg und Gewalt als Spiel, Klischees satt sowie selbstverständlich auch kaum historischen und erst recht nicht akuraten Background. Eigentlich hätte man den legendären Namen Jesse James auch weglassen können, einen Unterschied machts letztlich nicht - aber es bedurfte wohl eines prominenten Zugpferdes, in Hollywood gefunden in Person von Colin Farrell.
Seinem Alter-Ego wird der gute Colin leider kaum gerecht. Er wirkt zu weichlich und untypisch für einen Western, scheint tatsächlich einzig seines Namens und Aussehens wegen gecastet worden zu sein. Dies kann man zwar von den meisten anderen Rollen kaum behaupten, nachhaltige Aktzente vermag aber auch dort niemand zu setzen. Sämtliche Charaktere bleiben durchgehend flach. Fast schon verwunderlich, daß Ali Larter sich nicht entblösst. Es hätte jedenfalls perfekt ins oberflächliche Geschehen zwischen Krawummaction und pseudocoolen Sprüchen gepasst.

Nein, Les Mayfield tat mit dem auch optisch wie akustisch keinesfalls überragenden "American Outlaws" sicherlich niemandem einen Gefallen. Dem Genre Western ist der Streifen kaum würdig und so sei jeder Interessierte schnell an moderne Hochkaräter vom Schlage eines "Open Range" verwiesen. Die jugendlich-unbeschwerten American Outlaws suchen ihr Zielpublikum vermutlich bei exakt jener Klientel, die beim effektbeladenen Hollywoodkracher jolend und telefonierend im Kino abhängt. Dumm nur, daß eben jene Zuschauer angesichts eines Genres von "Gestern" wohl kaum Interesse zeigen dürften. Die, die dem Western treu geblieben sind, werden hier mangels jeglichen Anspruches leider doch arg vor den Kopf gestossen...

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