OMG, da hatte ich doch neulich für den alten Star-Wars-Rip-Off "Star Crash" aus der Billigflieger-All-Italia-Schmiede inclusive Caroline Munro in Leder-Overknees und David Hasselhoff im Löckchenlook nur zwei Punkte spendiert, in der unterbewußten Ahnung, daß es "noch viel scheißer als wie so" geht und da wird auch schon "Star Odyssey" aus demselben Jahr in den Player geschmissen.
Gute Entscheidung, denn wenn man die optischen Reize von Frau Munro (knackige Hupen, lange Beine, exotischer Look) abzieht und das Budget noch mal drittelt, dann kommt so etwas dabei heraus.
Die Bombenstory: irgendwo im galaktischen "Sothebys" kommt gerade mal wieder die Erde unter den Hammer und eine Mosaikfresse namens "Graf Kes" (oder so...) sichert sich nach mentalem Wettstreit mit einem vieladrigen Mitstreiter den randvollen Sklavenplaneten. Daheim auf Erden hat von solchen Ramschangeboten natürlich niemand eine Ahnung, stattdessen regiert die Sklavenrasse aber in Raumabwehrstationen mit Hilfe von Lakaien mit lustigen Kopfbedeckungen (kein Italo-SF-Trash ohne depperte Hüte) und Strampelanzugsgecken mit schwulen Anwandlungen (hier fällt besonders ein hohlkreuziger Poser namens Oliver Carrera auf, der sich aufführt wie Bertold auf dem Tuntenball - komplett mit aufgemaltem Prinz-Barin-Gedächtnisbärtchen und alles durchaus beabsichtigt).
Mitmachen bei der Verteidigung der Erde machen ein meist grenzdebil in die Kamera stierender Professor (er ist Telepath, daher der etwas stumpfe Blick) und ein paar eher minder motivierte Heroen aus der bejahrten Pornobalkenträgerkiste. Einige bedingt rassige Uschis aus dem Gard-Haarstudio, eine davon mit Lederstrapsen (hat da wieder einer am "Star Crash"-Set gespannt?) sind auch dabei, zur akrobatischen Ergänzung Roberto Dell'Aqua, der schon in dem klassischen Bud-Spencer-Movie "Sie nannten ihn Mücke" die unsterbliche Rolle des "Soßenteufels" inne hatte und zwei absolut total universell und sowieso unnütze Roboter, die so etwas wie eine Beziehung führen sollen (harhar), weil einer von ihnen Wimpern hat und deswegen ja weiblich ist.
Während die beiden Blechdosen sich jetzt zoffen (die Kopfpartie wirkt wie eine Kreuzung zwischen Darth Vader und Donald Duck) und Roberto immer mit einem gepfefferten "Hahaaaaa!" ins Bild und wieder hinaus springt, stürmen die blondperückten Androidenarmeen den Planeten und nehmen mal da 600 und da 800 Sklaven auf, während sie vorher ein paar Millionen/Milliarden eingeäschert haben (nicht, daß wir außer ein paar Archivaufnahmen aus Weltkriegszeiten etwas davon sehen, die Idee hinter dem Plan ist auch so schon grenzdebil genug).
Derweil basteln unsere Helden an einem Raumschiff- und Personenschutz aus einem bestimmten Metall herum, das den Abschuß der Feinde ermöglichen soll, werden aber zwischendurch mal infiltriert, was für zusätzlichen Trubel sorgt.
Gedreht in frisch abgestaubten 60er-Jahre-Decors, einem wahrhaftigen Schrottplatz und der Villa des Produzenten samt anschlüssigem Waldstück, hat man diesen unendlich zäh präsentierten Billigkeks vermutlich für 20.000 Lire zusammengerotzt, aber leider die trashige Gagquote nicht über die volle Distanz durchgehalten.
Wer also die Tricks bei "Star Crash" für die C- oder F-Klasse hält, muß sich für die "Odyssee" (welche Odyssee überhaupt, die Erde wird ja gar nicht verlassen?) schon bis zu den Umlauten nach dem "Z" durchkämpfen, das hält man wirklich nur bedingt aus.
Wer sich also mal einen verstörend-bizarr-unendlich-gelangweilten Abend machen will, kann ja mal sehen, wie lange der Spaß an Kostümen, Masken (aufgemalte Bärte!!!), Billig-Ausstattung und miesen Tricks anhält, sofern er das Geiselgasteig-Video irgendwo auftreiben kann. Ich kenn da jemanden, der will das jetzt bestimmt meistbietend verhökern... (1/10)