Review

Wirklich bemerkenswert ist an diesem stümperhaften Independent-Werk nur eins:
Wie unglaublich viele Songs man aus dem Bereich Death-Rock und EBM unterbringen konnte. Denn kaum eine Minute vergeht, ohne dass Klänge von „Christian Death“, „Psychopomps“ oder „Rosetta Stone“ ertönen.
Das mag für Gothic-Freunde ganz nett für die Ohren sein, dem reinen Horrorfilmfreund werden anschließend jedoch Ohren UND Augen tränen.

Zumindest ist aber die Grundidee halbwegs brauchbar: Verschiedene Gothic-Bands treten bei der „Battle of bands“ für einen begehrten Plattenvertrag auf.
Doch das Label „Gotham Records“ wird von der verführerischen Vampirfrau Anastasia geleitet, die in Wahrheit einen neuen Meister für ihren Clan sucht. Diesen glaubt sie in Person des Sängers der titelgebenden Band gefunden zu haben, der, anders als seine Freundin, noch nichts von dem herannahenden Unglück ahnt.

Zu Beginn denkt man noch: Okay, die Szene muss ein wenig vorgestellt werden, ein kleiner verrauchter Club, darin eine Handvoll tanzender Gothics, die mit Wackelkamera abgelichtet werden, dazu eine „Band“, die zu bekannten Klängen auftritt und im Hintergrund eine Frau, die sich stumm den Arsch versohlen lässt. Gothics halt.
Von wegen, - das bleibt so!

Nur ganz selten wird das Geschehen von kleinen Vampireinlagen unterbrochen, wobei aus den Bisswunden dermaßen viel Blut heraus spritzt, als hätte man sämtliche Blutpumpen Amerikas aufgekauft und diese hier bis zum Zerbersten eingesetzt. Selten so viele Blutfontänen in einem Vampirfilm gesehen, aber auch selten in so übertriebener Form, so dass es eher zum Schmunzeln als zum Mitfiebern einlädt.
Später schiebt man noch billige Computerbilder wie animierte Flammen oder Bluttropfen über die Gewaltszenen und der Dilettantismus ist komplett.

Insgesamt wirkt das Teil ohnehin wie eine Szene-Doku, die ab und an von Vampireinsätzen unterbrochen wird. Band probt, fast der komplette Song wird ausgespielt, Band spielt im Club, - wieder ein kompletter Song untergebracht. Paar befummelt sich, - ein weiteres Stück kommt fast vollständig zur Geltung.
So zieht sich das über die komplette Laufzeit und weder Atmosphäre noch Spannung können dabei zu irgendeiner Zeit erzeugt werden.

Zwar bringt man kurz vor Ende noch einen kleinen Plot Twist (wenn man die Handlung denn überhaupt als solche bezeichnen mag), doch retten kann dieser das eintönige Etwas nicht.
Lediglich Gina DeVettori kann als Vampirfrau punkten, sofern sie nicht mit den billigen Kontaktlinsen und den noch billigerem Vampirgebiss zu sehen ist, und die kleine selbstironische Einlage „You´re looking very well!“ – „Got some sun today!“ als Gag unter Gothics.

Vampirfilmfreunde sollten also gewarnt sein, es wird zwar überaus blutig zugelangt, doch wer sich nicht als Gothic-Freund der frühen Stunde (neuere Songs kommen nicht zum Einsatz) bezeichnet, wird mit dem Ganzen rein gar nichts anfangen können.
Und da ich, mit Ausnahme der Songs von „Leather Strip“, auch nicht soviel mit der Musik anfangen konnte und lieber „And One“, „VNV Nation“ oder zumindest „Wumpscut“ gehört hätte, was natürlich nicht ins Fledermaus-Klischee gepasst hätte, bleibe ich ebenfalls weitgehend auf der Strecke.
Lieber einen genretypischen Doppel-Sampler hören, - spart Zeit und Geld und regt die Gefühlswelt mit Sicherheit stärker an, als dieser billig inszenierte Streifen.
2,5 von 10

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