Review

Inhalt:
Ein alter Schlachthofbetreiber kann seine Steuern nicht mehr zahlen und daher soll ihm sein Hab und Gut genommen werden. Als sein geistig zurückgebliebener Sohn mal wieder ein paar Jugendliche, die die Schweine geärgert haben, an die Haken im Schlachthaus hängt, kommt dem alten Mann eine Idee. Alle die ihm seinen Hof abnehmen wollen, sollen sterben und zusammen mit seinem Sohn macht er sich dran, diesen Plan in die Tat umzusetzen.


Kritik:
Dieser Film hätte auch gut und gerne aus der Tromaschmiede stammen können. Mit geringen finanziellen Mitteln wurde eine abgedrehte Slasherfilmparodie mit Kultcharakter geschaffen.

Die Story an sich ist einfach gehalten, aber es werden einige witze Ideen mit eingeflochten, so dass man bei Laune gehalten wird. So finde ich die Szene sehr gelungen, in der der alte Herr die Opfer seines Sohnes an den Schlachthaken baumeln sieht. Anfangs ist der Mann noch erbost und hält seinem Sohn eine Standpauke, doch wenig später lobt er ihn schon, da die Schnitte, die dieser mit dem Schlachtermesser, was er ihm schenkte, ordentlich geführt wurden und dann geht ihm das oben genannte Lichtchen auf, wie er sich seiner Gläubiger erwehren kann.
Sowieso ist dieses Vater-Sohn-Gespann äußerst amüsant anzuschauen. Vatern ist ein alter Kauz, der auf seiner Meinung beharrt und nicht mit der Zeit gehen will, was auch der Grund für den finanziellen Untergang des Schlachthofes ist, denn neumodische Geräte kommen ihm nicht ins Haus, da er eher auf Messer und Muskeln setzt.
Der Sohnemann ist ein geistig zurückgebliebenes Riesenbaby, welches nur schweinische Grunzlaute von sich geben kann und ansonsten eher Waffen, die die Schlachterei so hergibt, sprechen lässt. Vergleiche mit Leatherface drängen sich förmlich auf.
Ansonsten wird in diesem Streifen auf feine Charakterzeichungen kein Wert gelegt. Die Kanonenfutterteenager werden zwar vorgestellt, aber viel kommt dabei nicht rum und auch der Anwalt und der Sheriff mit Anhang bleiben platt.
Ulkig und klischeehaft sind auch die Motive, auf Grund derer die Teens dem Schlachthaus einen Besuch abstatten, um es nicht mehr lebend zu verlassen. So wollen sie dort ein Video drehen oder nutzen das Gebäude für eine Mutprobe.

Unterhaltsam sind ebenfalls die blutigen Einlagen. Beispielsweise wird dem Deputy die Waffe abgenommen, ohne dass sie dabei die Hand verlässt, denn der Schlachtersohn hackt sie ihm einfach ab und wirft dem am Boden liegenden Mann das Ergebnis vors Gesicht.
Klasse ist auch die Szene, in der unser Grunzer mit dem Wagen des erlegten Deputies durch die Gegend rast und dessen Bekannte unterwegs trifft. Im Glauben, den Gesetzteshüter im Wagen anzutreffen, geht sie freudig zu ihm und wird nach einer kurzen Verfolgungsjagd geschlachtet.
Ansonsten bedient sich der Sohnemann der Möglichkeiten, die so ein Schlachthaus hergibt. Neben Haken, Messern und Beilen kommt auch eine Maschine zum Zerkleinern von Fleisch zum Einsatz. Alles ist hübsch blutig gehalten, aber immer mit einem Augenzwinkern verbunden und niemals unnötig ausgeweitet.
Etwas derber finde ich zumindest nur die Szene, in der Vaddern und Sohn die Tochter des Sheriffs fangen, ihr in der Theorie die Schlachtkunst erläutern und mit dem Messer die Fingerkuppe aufritzen, da diese Stelle besonders empfindlich sei. Da habe ich innerlich mitgelitten.

Auch wenn der Film wie gesagt sehr einfach gestrickt ist und man ihm das niedrige Budget auch ansieht, macht er dennoch tierischen Spaß. Als nette Parodie auf das Backwood-/Slashersubgenre ala "Blutgericht in Texas" funktioniert er auf jeden Fall prächtig.


P.s.: Denjenigen, die den Film als Hardbox von X-Rated besitzen, sei der urkomische "No Smoking"-Trailer ans Herz gelegt, in dem Vater und Sohn nochmal ihr humoristisches Talent ausspielen.

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