Review

Wenn eine Gruppe junger Menschen eine Séance abhält, geschieht im Grunde dasselbe, als würden sie dreimal „Bloody Mary“ rufen: Der Geist eines Ruhelosen erscheint und dezimiert die Gruppe, bis die Heldin meint, ein probates Mittel gegen die schwarze Magie gefunden zu haben.
Gleiches geschieht hier, - mit komplett vorhersehbarem Ablauf, wenigen Spannungsmomenten und kaum nennenswerten Gewalteinlagen.

Vielleicht will der Funke in diesem Fall nicht so recht überspringen, weil sich das komplette Geschehen während der Feiertage um Thanksgiving abspielt, zu dem einzig fünf Studenten im Wohnheim bleiben. Ein etwas älteres Gebäude mit schlichten Räumen und langen dunklen Fluren. Auch die Figuren fallen nicht sonderlich markant aus: Lauren, die seit geraumer Zeit unter Alpträumen leidet, in denen ihr ein Geisterkind erscheint, dazu zwei Mitbewohnerinnen, eine blond, eine brünett, ein Typ der für Sex und Drogen zuständig ist und der verschlossene Student Grant von Nebenan.
Diese fünf werden, wenn man den Wachmann mal nicht mitzählt, mit Geistererscheinungen konfrontiert.

Was auch nicht allzu lange auf sich warten lässt, denn nach der obligatorischen Feier, für die man dem Spanner-Wachmann den Bourbon mopst, sind die Leutchen in ausgelassener Stimmung, während Lauren von Grants Nachforschungen über das Wohnheim erfährt. Dabei führten ihn seine Recherchen zu einem Kind, das in den 60ern im Gebäude umgekommen sein soll, - dasselbe Kind, welches Lauren in ihren Träumen und Visionen wahrnimmt. Die übrigen Studenten glauben ihr natürlich nicht, weshalb man eine Séance veranstaltet, nur dummerweise beschwört man zeitgleich den Geist eines Psychokillers hinauf.

Was ja eine grundsolide Ausgangslage für einen ordentlichen Spuk mit wohldosierten Schockeffekten darstellt, doch all das gestaltet sich im Verlauf recht mau.
Der Geist des Mädchens im Nachthemd taucht regelmäßig auf, doch außer Kopf schräg halten und Mund weit öffnen bewirkt die nicht viel. Der dunkelgekleidete Geist des Finsterlings jedoch auch nicht. In dessen Rolle schaut Adrian Paul zwar angemessen düster, doch außer am Ende eines Flures zu stehen und eine Kindermelodie pfeifend anzustimmen, hat der lange Zeit nichts zu tun. Dazwischen stellen sich Wasserhähne von selbst an und das Licht geht regelmäßig aus und als super innovative Idee kommt noch ein Ball die Treppenstufen herunter gekullert. Ach ja, auch neue Spukelemente sind hinweisgebende Worte auf dem Spiegel, wie „No“ oder „Killer“.

Erst als der Geist des Mannes dem Wachmann erscheint, kommt ein wenig Fahrt in die Geschichte, man versucht mit einer zweiten und dritten Séance den Dämon zu vertreiben, bei der letzten sogar dessen Körper in den eines Papageien (!) umzuleiten. Indes verschwindet auch mal jemand spurlos, man stellt fest, dass der Geist für die Studenten nur im Dunkeln wahrnehmbar ist (wenn die Figuren wie durch unsichtbare Hand durch die Räume geschubst werden, wirkt es ein wenig unfreiwillig komisch) und man findet unter dem Boden hinweisgebende Utensilien des Geistermädchens.

Schön und gut, doch bei alledem finden sich gerade mal zwei blutige Szenen, einen wirklich unheimlichen Moment konnte ich gar nicht ausmachen und atmosphärisch will das Ganze auch nicht zünden, weil der Schauplatz zu schlicht ausfällt und der Score entsprechend wenig und zeitweise auch gar keine Unterstützung liefert.
Da können die brauchbaren, aber wenig auffallenden Jungdarsteller wenig ausgleichen, wenn man gegen ein Script ankämpfen muss, das mit zigfach gesehenen Versatzstücken einfach nicht in die Pötte kommen will und ihnen oberflächliche Charakterzüge in die Wiege legt.

Das Geschehen fällt im Gesamtbild zu einfallslos und einseitig aus, eine Steigerung der Spannungskurve ist schwerlich auszumachen und diese setzt letztlich auch zu spät ein.
Da mag einem der Abschlussgag noch ein müdes Lächeln abverlangen, die allgemeine Überraschungsarmut kann dieser jedoch nicht mehr gerade biegen.
Sehr knapp und mit viel Wohlwollen
4 von 10

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