Wer meine Kritiken zu "Batman" oder "The Dark Knight" gelesen hat, weiß wie sehr ich den Charakter liebe und diese Filme ebenso. Doch an "Batman Returns" kommt für mich persönlich nichts, gar nichts heran. Nicht animiert, nicht grimmig, nicht aus Lego - DAS hier ist MEIN Batman. Burtons Vision in full effect. Deswegen bin ich Mitte der 90er im Movie Park meinen Eltern weggelaufen - weil eben dieser Batman auf der anderen Straßenseite Autogramme gegeben hat. Und dabei standen wir nach 3 Stunden Warten bei der Attraktion schon fast ganz vorne. Aber ich wollte zu meinem Helden. Und das wegen diesem Film. Einer konsequenten und bravurösen Weiterentwicklung des 89er-Originals, die ich fast mitsprechen kann. "Batman Returns" ist für mich das Nonplusultra. Die Steigerung von Superlativen. Nicht weil er perfekt ist, sondern weil er es gerade nicht ist. Jeder seiner Fehler und aufs Ganze gehenden kreativen Entscheidungen machen ihn zu meinem Liebling unter den zahlreichen dunklen Rittern. Bei solch einer persönlichen Bindung zu einem Film, fällt das Kritikenschreiben leicht. Und schwer zugleich, da man natürlich kaum auf dem Teppich bleiben kann...
In "Batman Returns" bekommt es der geflügelte Gothamgleiter mit Max Schreck zu tun, einem fiesen Wirtschaftsboss, der versucht den Pinguin zum Bürgermeister zu machen. Außerdem schwingt sich eine Katze auf, Bruce Waynes Leben gleichermaßen schwer sowie aufregend zu machen... Warum komme ich bei "Batman Returns" so ins Schwärmen? Ich habe über die Jahre festgestellt, dass er genauso viele Kritiker wie Fans hat, dass man ihn scheinbar entweder ins Herz geschlossen hat oder mit ihm wenig anfangen kann. Kein Wunder, denn Burton geht hier den ganzen Weg. Ohne Kompromisse, ohne Reinredner, er hatte durch seinen Riesenerfolg mit dem Vorgänger scheinbar freie Hand. Und er nimmt alle Bremsen raus. Mehr Action, mehr Gadgets, mehr Bösewichte. Gotham wirkt gotischer und schmutziger denn je, das Setdesign ist gelinde gesagt erhaben bis göttlich. Die perfekte Mischung aus den Comicvorlagen und Burtons verwinkeltem Kopf. Zudem ist es noch ein feiner Weihnachtsfilm und mit Danny DeVito und Michelle Pfeiffer treffen zwei schauspielerische Schwergewichte mit ihren Interpretationen der legendären Antagonisten voll ins Schwarze. Vor allem Pfeiffers Werdegang zur Pussy Fatale ist famos - die ultimative Katzenfrau, ohne Zweifel. Das wird nicht mehr überboten. Alles an dem Sequel ist größer, lauter, schöner, überdrehter, großspuriger, operettenhafter - eine winterliche Ode an den dunkelsten und wohl beliebtesten Helden der Welt.
Fazit: Burtons Vision in kompletter Beleuchtung - Batman is back und besser denn je. "Batman Returns" ist noch immer an meiner Spitze des Fledermaus-Universums. Gotham war nie kälter, cooler, grandioser. Ein Feuerwerk aus Fauchen, Fliegen, Fischen und Fledermäusen. Burton hätte weiter machen müssen!