"CSI - Den Tätern auf der Spur" - vielleicht die "Mutter aller Tatortermittlungsserien", ist jetzt schon ein TV-Serienklassiker, der nicht hoch genug gelobt werden kann. Viele Sequels/Ableger hat es mittlerweile gegeben, die alle jeweils eine neue Tonart in die "CSI-Welt" eingebracht haben.
"Gesamtbesprechung" ist vielleicht etwas anmaßend, haben wir doch bisher nur die ersten acht Staffeln von "CSI - Las Vegas" geschaut, damit also gerade mal die Hälfte gesichtet. Aber ich hoffe, hiermit schon ein hinreichendes Urteil fällen zu können.
Der Ablauf ist in den meisten Folgen der gleiche. Am Anfang steht ein Todesfall, der dazu führt, dass die Nachtschicht der CSI-Abteilung Las Vegas gerufen wird. Diese nehmen am Tatort dann Spuren auf und versuchen zu ermitteln, was zum Tod der betreffenden Person geführt haben könnte, ob es sich um Mord, eine andere Straftat oder einen Unfall gehandelt hat. Während in der Realität der Job der Tatortermittler mit der Spurensicherung abgeschlossen ist, gehen die Angehörigen der CSI-Abteilung meist weiter und ermitteln den Täter, der von der sie unterstützenden Polizei dann festgenommen wird. Oft werden von den verschiedenen Mitarbeitern mehrere Fälle gleichzeitig behandelt, so dass der Zuschauer einen abwechslungsreichen Mix von Kriminalfällen angeboten bekommt. Auch das Privatleben der Protagonisten bekommt im Laufe der Serie immer mehr Raum und sorgt für entsprechende Cliffhanger zwischen den Episoden und auch Staffeln.
Der Cast der Serie bleibt bis zur neunten Staffel relativ stabil, was dazu führt, dass ein sehr eingespieltes Team agiert, das aber auch in späteren Folgen immer noch die Spielfreude des Anfangs erkennen lässt. Mit der Figur "Gil" Grisom hat William Peterson den Prototyp des Abteilungsleiters (Supervisors) geschaffen. Fast schon autistisch veranlagt, steht bei ihm in der Regel der Fall und damit die Suche nach der Wahrheit an erster Stelle ("Wir sind bei unserer Arbeit in erster Linie der Wahrheit verpflichtet!"). Unterstützt wird er dabei von zwei starken Frauenrollen, zum einen Catherine Willows, seiner Stellvertreterin, und von Sarah Sidle, einer Bekannten, die er nach dem Tod einer Mitarbeiterin in die Abteilung holt. Sowohl Marg Helgenberger als auch Jorja Fox verkörpern diese Frauen überzeugend. Aber auch die anderen Schauspieler wachsen mit ihren Rollen, ob George Eads (als Nick Stocks), Paul Guilfoyle (als Captain Brass), Robert David Hall (als Doktor Robbins) und natürlich die beiden Lieblinge unserer Töchter Gary Dourdan (als Warrick Brown) und Eric Szmanda (als Greg Sanders).
Optisch ist die Serie ebenfalls ein Genuss. Zum Teil werden hier neue Maßstäbe gesetzt - auf jeden Fall meist "Hochqualitätsfernsehen" geboten.
Etwas albern wirken aber manchmal die Taschenlampen der Ermittler, wenn sie nur mit dem spärlichen Licht ausgerüstet einen Tatort erkunden. Sicherlich, sie gehören zur Nachtschicht, aber wozu gibt es Lichtschalter? Interessant auch, dass die Taschenlampen zum Teil auch bei Tageslicht gezogen werden, vielleicht ein Reflex?!
Wenn der Kritiker samt seiner Familie so begeistert von der Serie ist, weshalb dann nur 9 von 10 Punkten. Das hat mit der leider auch bei vielen anderen Serien vorkommenen Tendenz zu tun, das scheinbar die Effekte mit längerer Seriendauer immer heftiger und zum Teil auch abstruser geraten müssen. Das heißt, die Kriminalfälle werden von Staffel zu Staffel blutiger und grausamer, die Geschichten, wenngleich überzeugend gespielt, zum Teil immer weniger nachvollziehbar. Manchmal glaube ich, dass auch für Serien der Grundsatz gelten sollte, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist...
Wir werden aber als Familie in den nächsten Monaten und Jahren versuchen dennoch die Serie bis zu ihrem finalen Ende zu schauen.