Bloodsucking Freaks vs. 2001 Maniacs ???
Wenn man sich den beachtlichen Fundus von The Asylum, die ja für dieses Remake verantwortlich sind, anschaut, wird man erkennen, dass jene Firma meistens ohne eigene Ideen maßlos abkupfert um mit ihren Plagiaten vom grossen Kuchen abzubekommen. Und wenn man noch genauer hinschaut, soll heissen, man kommt sogar auf die zweifelhafte Idee sich diesen runtergekurbelten Mist anzusehen, wird man erkennen, dass die einzige Beachtlichkeit dieser Firma darin besteht, dass sie bisher zu 90% nur absolut dilletantischen und uninspirierten, billigen Fuppes produziert haben, sieht man mal von einigermaßen unterhaltsamen und gelungenen Filmen wie King of the Ants oder 2001 Maniacs (ein Remake zum Lewis Backwoodklassiker 2000 Maniacs) ab.
Ob nun Exorcism der Gail Bowers, der damals auf das Emily Rose Thema aufsprang, die Transmorphersfilme, Hillside Cannibals der sich mehr als kotzübelmiserabel an Hills have eyes bediente, Monster und 100 Million BC, die was von der neu aufschwappenden Tierhorrorwelle mitnehmen wollten oder Paranormal Investigations, der sich natürlich an Paranormal Activity anlehnte, allesamt waren sie unbeholfene, langweilige und miserabel umgesetzte Flickwerke, niedrig, aber ambitioniert budgetiert, denen man meistens, ausser Gähnattacken, keine Schauwerte entnehmen konnte.
Ähnlich, und so schwer mir das fällt zu sagen, ergeht es auch der hiesigen Freakshow, ein Remake des 1932 abgedrehten FREAKS von Tod Browning (Dracula - Bela Lugosi), der ausser viel Gesabber, einer doch ganz ansehnlich inszenierten Tötung am Ende und abermals wiederholten Bildschnitten, nicht sonderlich viel zu bieten hat. Stattdessen überwiegt in diesem Machwerk, dass sich in der deutschen Synchronisation noch viel weniger schenkt als ohnehin schon, die geistige Benebelung von absurder Undramatik und Desinteresse gegenüber vermeintlicher Konfliktsituationen der ungleichen Beteiligten von Freaks, Entstellten und Behinderten und der "Normalen", wie es im eben erwähnten Original nunmal vordergründig als belehrendes Drama mit gewisser Sozialkritik im Hinterstübchen angelegt war.
Das Alles sollte man hier, es ist ja auch eine auf Humor und Gore ausgelegte "Satire", die ironischerweise mit "Banned in 43 Countries" wirbt, nicht erwarten. Was im Original vor 75 Jahren als intelligenter Schachzug zwischen Grusel, Sozialbotschaft des Respekts gegenüber des Andersartigen und Drama angelegt war, wird in diesem teilweise selbstzweckhaften Unvermögens als kleiner Hillbillysplatterfilm missbraucht, um darum eine durchaus überzeugende Jahrmarktkulisse der 30er / 40er zu erzeugen, die unterlegt mit der zeitgenössischen Musik, genüsslich an den Hinterwälderfilm 2001 Maniacs im Zusammenspiel mit Bloodsucking Freaks oder auch Wizard of Gore von Lewis erinnert.
Was diese zwei eben erwähnten Filme mit Bravour zelebrieren, nämlich eindringliche, kranke und teilweise sehr an die Substanz gehende, extravaganze und blutige Bühnenshows von Peinigern, Freaks, Maniacs, Blutzauberern und minderbemittelten Rednecks ausgelöst, versucht Freakshow alleine mit dem Zeigen seiner mittelmäßig geschminkten und gemimten "Freaks" zu erzeugen. Mit kranken Bühnenshows ists in den ersten 60 Minuten nahezu Essig, denn der Film versucht, natürlich mehr schlecht als recht eine depperte Gauner veräppeln Hillbillysgeschichte mit paar Sexeinlagen und Umgarnung aufzubauen, statt wie zu erwarten, mit doofen Gekröse usw. überzeugen zu können.
So wartet man leider viel zu lange auf blutige Schauwerte bis sich das Interesse immer mehr schmälert, denn Identifikationsfiguren gibt es bei diesen, sagen wir, einfachen und eindimensionalen Dialogen eh nicht und die Story ist eh aufgesetzt und aufgebläht, dass es auch keinen Raum für Spannung und Dramatik gibt.
Zugegeben, optisch ist der Film für eine Asylumproduktion ganz okay, die Kostümierung und die Austatttung passt, der Jahrmartk übermittelt schon die gewisse 30er Jahre Hinterwäldleratmosphäre, aber was bringts, wenn die Seele darin nicht funktioniert, auf sich warten lässt, oder in Belanglosigkeit versinkt. Sofern man noch nicht eingeschlafen ist, wird man als Splatterfan wenigstens am Ende belohnt, denn wie die Freaks die Frau in ihre Einzelteile zerlegen, heuten und mit gewissen Materialien durchpieksen ,- bzw. bohren, hat schon viel Reiz, weiss zu gefallen und ist für durchschnittlich verträgliche Magen auch sicher ein kleiner Ekelanstoss. Das kann und sollte aber natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film im Gesamten nicht viel zu bieten hat.
Fazit:
Unbeholfene, inszenatorisch undramatische Hillbilly-Zirkusnummer ohne wirklich überspringende Sickness, um überzeugen zu können. Effekte und Story gibts auf Sparflamme, während die Charaktäre sich durch ihre Dialoge den eigenen Todesstoss geben.
Ein weiterer Asylum-FAIL.
(4/10)