Shia LaBeouf hat mehrere Monate Hausarrest bekommen, da er einem Lehrer die Nase brach. Um die Zeit totzuschlagen beginnt er seine Nachbarn mit einem Fernglas zu beobachten. Zusammen mit seiner neuen Nachbarin, die ihn auf frischer Tat ertappte, beobachtet er, wie David Morse, der im Haus nebenan wohnt, eine Frau ermordet. LaBeouf beginnt zu ermitteln und bringt sich damit in Gefahr.
Die Story ist bereits aus dem Original, Alfred Hitchcocks Klassiker "Das Fenster zum Hof" bekannt, wurde aber stellenweise ordentlich abgeändert und ansonsten solide wiedergegeben. Das Vorstadtleben wird gut poträtiert und die Einsamkeit LaBeoufs wird ebenfalls gut dargestellt. Die Charaktere haben leider nicht so viel Tiefe, was aber nicht weiter stört. Da momentan Teenie-Komödien überaus gefragt und kommerziell erfolgreich sind, integrierte man einen solchen Handlungsstrang in die Story, der den Film aber um ein paar unterhaltsame Minuten bereichert. Alles in allem ist es eine ordentliche Story, auch, wenn sie nach einem stereotypen Muster gestrickt ist.
Direkt am Anfang des Films wird der Crash von LaBeouf und seinem Vater gezeigt, bei dem Letzterer stirbt. Vielleicht hätte man diese Spannung schon einmal nutzen und aufrecht erhalten sollen, doch Regisseur Caruso entscheidet sich, den Film erst einmal langsam anlaufen zu lassen. Leider läuft er dann ein wenig zu langsam an, kann sich aber kontinuierlich steigern. Der Mittelteil ist sehr unterhaltsam und wird zum Ende hin immer spannender. Das Finale bietet atemlose Hochspannung und rundet den guten Thriller mit einem furiosen Finale ab.
Die Filmmusik ist hervorragend gelungen. Genau in den richtigen Momenten kann die Musik den Zuschauer durch einen überraschenden Schlag schocken, ansonsten ist sie eher unauffällig und kann so die beklemmende Atmosphäre unterstreichen. Die Atmosphäre ist sehr düster und gespannt, da die Gefahr, die vom Nachbarn ausgeht, allgegenwärtig zu sein scheint. Hinzu kommt noch, dass LaBeouf in einem sehr eingeengten Raum agieren muss, wodurch die Atmosphäre noch bedrohlicher und klaustrophobischer wird. Zum Glück wird auf subtilen Thrill gesetzt und auf blutige Szenen größtenteils verzichtet. Alles in allem ist der Film Caruso technisch sehr gut gelungen.
Shia Labeouf spielt die Hauptrolle sehr gut und bestätigt, dass Steven Spielberg zurecht an ihm festhält und ihm große Zukunfts-Chancen prophezeit. Er dominiert die ganze Zeit über das Geschehen und wird vermutlich durch "Disturbia", "Transformers" und "Indiana Jones 4" endgültig zu seinem Durchbruch kommen. Sarah Roemer spielt die Rolle von Labeoufs Freundin ebenfalls gut, obwohl sie bisher kaum in Erscheinung getreten ist. Carrie-Ann Moss spielt gut, aber ihr Part fällt überraschend kurz aus. Der beste Darsteller ist aber meiner Meinung nach David Morse in der Rolle des Mörder-Nachbarn. Durch seine hervorragende und undurchsichtige Spielweise wird der Film zum Ende hin erst richtig spannend.
D.J. Caruso liefert mit seinem 4. Thriller seinen vermutlich besten ab. Man merkt vor allem bei der Musik und der Atmosphäre, dass ein relativ erfahrener Thriller-Regisseur am Werk war. Zusammen mit Produzent Stephen Spielberg liefert er ein Werk ab, dass seine bisherigen Thriller "Taking lives", "Salton Sea" und "Das schnelle Geld" locker toppen kann.
Der Film ist auf jeden Fall weiterzuempfehlen, vor allem für Fans von Thrillern und Krimis. Für schwache Nerven nicht unbedingt zu empfehlen, und vermutlich auch nicht für Hitchcock-Fans, die das Werk des Meisters mit Sicherheit als misshandelt erachten werden.
Zusammenfassend ist "Disturbia" ein guter Thriller, der durch hervorragende Darsteller und eine bedrohliche Atmosphäre schocken kann und nach einem langsamen Anfang in einem Herzschlagfinale endet.