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"Wer ist das?" ... "Wie bitte?" ... "Das ist nicht mein Vater!" ... "Oh, scheisse! Wir haben den Falschen eingesargt."

Ein Mann verstirbt. Sein zweiter Sohn Daniel (Matthew MacFadyen) kümmert sich um die Beerdigungszeremonie und ist für die Haltung der Rede vorgesehen, was der Großteil der geladenen Gäste verwundert, da sie eher den extra aus New York angereisten erfolgreichen Autor und Erstgeborenen Robert (Rupert Graves) hierfür erwartet hatten. Nicht nur aus diesem Grund entsteht ein Brüderkonflikt noch während der Beisetzung. Zudem ist der überforderte Daniel im Verzug mit der Anzahlung einer Wohnung für ihn und seine Frau.
Der versehentlich unter Drogen stehende Simon (Allan Tudyk) sorgt für jede Menge turbulente Aktionen, der ständig murrende, an einen Rollstuhl gefesselte, Onkel Alfie (Peter Vaughan) benötigt übermäßige Aufmerksamkeit... und wäre das Chaos damit allein noch nicht genug, taucht aus heiterem Himmel der kleinwüchsige, schwule Lover des Verblichenen (Peter Dinklage) auf und fordert einen Teil des Erbes bei den Verantwortlichen.

Frank Oz präsentiert eine turbulente Familienkomödie der besonderen Güteklasse. Allein schon der Opener, in dem der Sarg mit dem falschen Toten gebracht wird ist äußerst skurril und aberwitzig. Die Story selbst ist nicht der Rede wert, denn die Bestattung selbst dient nur als Aufhänger um von einer chaotischen Situation zur nächsten zu wandern und die eigentlich traurige Situation übertrieben chaotisch zu überzeichnen.
Sehr britisch kommt "Sterben für Anfänger" daher. Dies betrifft den Humor sowie die Figuren. Vielschichtig und skurril präsentierte Figuren geben sich respektlose Konversationen, zynisch, sarkastischer Witz wechselt mit schwarzhumorigen Situationen. Dabei bleibt der Klamauk bodenständig und driftet nur an einer Stelle in fäkale Regionen ab.

Strukturell gesehen greifen die anfangs selbstständig aufgebauten Subplots später ineinander, wandeln das ruhige Chaos in ein unkontrollierbares Dilemma um es im Finale drastisch und schnell mit einer Nachricht auf einen gesunden Nenner zurück zu zwängen.

Leider gibt es immer wieder Momente in denen die Erzählung etwas stockt und sich nur langsam vorwärts bewegt. Insbesondere im letzten Drittel macht sich Leerlauf zwischen den einzelnen Gags breit.

Die Besetzung ist vielfältig und gereicht von genial (beispielsweise Allan Tudyk, der als unter Drogen stehender Simon ständig am Grimassen schneiden ist, oder Peter Dinklage als halbwüchsiger Homosexueller) bis zweckmäßig.
Dummerweise erscheinen ein paar Charaktere immer nur recht kurzzeitig auf die Bildfläche was diesen nicht die Möglichkeit gibt sich weiter entfalten zu können oder verschwinden durch den recht abrupten Schluss in der Versenkung.

Die überzeichnete Beisetzungskomödie präsentiert sich trotz einiger Lücken sehr unterhaltsam, agiert flexibel und bleibt stets bodenständig. Viel bleibt aber nicht hängen. Eine nette Abwechslung für Anhänger von typisch schwarzem, britischen Humor, die nicht viel Anspruch erwarten.

7 / 10

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