Einer der schockierendsten Anti-Kriegsfilme, die je gemacht wurden. Tatsächlich ist der Streifen weit weniger politisch als Stone's selbst gedrehte Filme dieses Themas. Der eigentliche Konflikt tritt in den Hintergrund, nicht umsonst ist der Held ein Söldner, es spielt einfach keine Rolle, für welche Seite er kämpft, denn ein "gute" gibt es ohnehin nicht.
Dem Film tut seine, für ein solches Thema ungewöhnlich, kurze Laufzeit sehr gut, denn von der ersten Minute an würgt man dem Zuschauer brutal an den Nerven, schickt seine Emotionen durch die Hölle, erniedrigt ihn und seine Erwartungen, nur um ihm am Ende einen seltsamen Hoffnungsbrocken zuzuwerfen, mit dem er nicht mehr gerechnet hätte.
Die Sinnlosigkeit des Krieges wird schon nach wenigen Augenblicken deutlich, und man ist umso verwirrter vom Geschehen, weil das, was Quaids Charakter tut, in gleichem Maße seinen Verlust von Menschlichkeit und seine nicht zu unterdrückende Liebe offenlegt.Dabei lassen sich die Macher nicht fälschlicherweise darauf ein, betont ruhige Bilder zu wählen, um ja das Arschküssen der Kunst-Kritiker zu bekommen. Oh nein, der Film hat das Tempo eines Actionfilms, weil er die schockierenden Taten teilweise kaum erträglich nah aneinander führt.
Dieser Soldat, selbst Kindermörder und ohne funktionierendes Gewissen, muss unerträglich leiden, Unaussprechliches sehen und erkennt die letzte Möglichkeit, sein Menschsein zurück zu gewinnen, nimmt sie wahr, will sie aber erstmal wieder abstossen. Doch Gott sei Dank ist es da schon zu spät - die Gefühle haben ihn längst wieder eingeholt.Und als Zuschauer wünscht man ihm alles Gute, ohne dabei ein gutes Gewissen zu haben.
Keine Sekunde lässt einen das Geschehen los. Die Photographie und der Soundtrack sind hervorragend. Die Gewaltausbrüche sind bestialisch, die Kriegsszenen spannend und die Emotionen schockierend.Fazit: Man kann den Film nur wirklich jedem empfehlen. Gerade sein Fehlen übertriebener Weichzeichnung oder des stets trügerischen Einsatzes scheinbar liberaler Politmotive, die doch stets eine Seite einnehmen, machen ihn größer als das meiste in dem "Bürgerkriegs"-Genre.