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Er ist schwarz, hat riesige Schlappohren und keiner weiß so richtig, zu was für einer Gattung er eigentlich gehört: Goofy, Disneys herzallerliebster Tollpatsch Nr. 1! Was er anfässt geht schief, was er in die Finger bekommt geht unweigerlich kaputt. Und doch kann man ihm eigentlich nie so richtig böse sein! Auch nicht über seinen ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm. Jubelstürme sollte er allerdings auch nicht erwarten.

"Goofy - Der Film" erzählt die tragisch-komische Geschichte von Goofy und seinem Sohn Max, die zusammen in den heißerwarteten Sommerurlaub fahren. Na ja, heißerwartet zumindest von Goofy. Denn Sohnemann Max ist alles andere als begeistert und somit wird der Trip natürlich zum Chaos. Die Story ist dabei sozusagen auf Goofys Leib geschneidert worden. 75 Minuten hat er Zeit, um das übliche Chaos anzurichten, welches er, vor allem in seinen Cartoons, eigentlich jedes Mal präsentiert. Leider wirkt das Ganze allerdings trotzdem nur wie ein aufgeblasener Cartoon. Viel zu schnell geht dem Geschehen die Puste aus. Nach spätestens 40 Minuten macht sich eher Langeweile breit, als das man aus voller Kehle lachen könnte.

Dabei sind die Gags natürlich allesamt Goofy-Like. Chaotisch, übertrieben, tollpatschig. Eben voll und ganz Goofy. Und man kann durchaus Lachen, zumindest eine Zeit lang. Doch für 75 Minuten Film reicht es eben nicht ganz aus, wenn nur ein Chaos nach dem anderen entsteht. Zwar gibt es auch einige nette Vater-Sohn-Szenen und die üblichen moralischen Botschaften dazwischen und selbst ein wenig Romantik wird in die Geschichte eingebracht, doch unterm Strich ist es eben schlicht und einfach zu wenig.

Das beste am ganzen Spaß sind da noch die Figuren an sich. Goofy und Max sind einem, wie immer, durch die Bank weg sympathisch. In ihnen hat man, in herrlich überdrehter Form, die typischen Vater- und Sohnprobleme der typischen 08/15-Familien eingebracht. Welcher Junge kennt ihn nicht, den üblichen Zoff mit seinem Vater und die typischen oberpeinlichen Eigenschaften von dem Menschen, der dazu beigetragen hat, dass man auf der Erde ist. Jeder zwischen 12 - 16 würde wohl sofort im Boden versinken, bei solch einem Vater.

Aber auch die Nebencharaktere können gefallen. Da wäre Kater Karlo, der bekannte Bösewicht und sein Sohn K.J., die hier mal auf verzogene Nachbarn machen. Roxette, Maxis große Liebe und viele andere schräge Gestalten mehr. Und natürlich Gaststar Bigfoot, der wohl die skurrilste Szene im ganzen Film abliefert. Nämlich die, in der er zu "Stain Alive" von den Bee Gees nur so abrockt. Da liegt man dann doch mal vor Lachen auf dem Boden. In punkto Figurenzeichnung ist also wirklich alles in Ordnung!

Die Animationen bewegen sich dabei auf typischen Disney-Cartoon-Niveau. Sprich nicht gerade sonderlich aufwändig, aber doch besser als bei so manch einem Direct-to-Video-Produkt. Dazu noch ein netter, peppiger Soundtrack, der ebenfalls für Unterhaltung sorgt. Somit kann man auch mit diesem Punkt zufrieden sein.

Und dann natürlich noch die tolle Synchronisation, die mal wieder ideal zu all ihren Charakteren passt. Allen voran natürlich Goofy, der mit exakt der gleichen Stimme spricht und singt, die man schon aus unzähligen seiner Kurzfilmchen kennt! Bravo!

Fazit: Mäßiger Kino-Ausflug von Goofy, der zwar durchaus unterhalten kann, ja manchmal sogar zum Brüllen komisch ist, aber unterm Strich doch nur ein aufgeblähter Cartoon unter Vielen bleibt. Die tollen Figuren und die akzeptable Inszenierung können leider nicht ganz über die recht blasse Story hinwegtäuschen, der viel zu schnell die Puste ausgeht. Goofy-Fans werden zwar ihre helle Freude haben, doch man hätte eben wesentlich mehr daraus machen können.

Wertung: 6/10 Punkte

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