Als ihr Vater, gespielt von Michael Douglas, aus der Psychiatrie entlassen wird, ändert sich das Leben der 17jährigen Miranda, gespielt von Evan Rachel Wood, grundlegend. Denn ihr Vater glaubt, er wisse, wo sich ein Goldschatz befindet und kommt schließlich zu dem Ergebnis, dass dieser unter einem Supermarkt liegt, in den er nun einbrechen möchte.
Endlich noch einmal ein richtig gelungener Wohlfühlfilm, der Anfang bis Ende Wärme ausstrahlt und damit wirklich schön anzusehen ist. Und für diesen, überaus positiven Effekt sind exakt 2 Personen verantwortlich, nämlich Michael Douglas und Evan Rachel Wood. Der Film wird im Prinzip ausschließlich durch seine beiden hervorragenden Darsteller getragen, die diese sentimentale und emotionale Entwicklung einer Vater-Tochter-Beziehung, die im Film beschrieben wird, überragend präsentieren. Mit der Rolle des liebenswerten, aber abgehobenen und verantwortungslosen Vaters mit Vollbart und verfilzten Haar begeht Michael Douglas, den man eher aus aalglatten Rollen wie in "Wall Street" oder "The Game" kennt schon fast eine Art Stilbruch und liefert allein schon durch dieses, für ihn absolut untypisches Aussehen den einen oder anderen Lacher. Er zeigt die ganze Zeit über Spaß am Schauspielen und kann den Zuschauer mitreißen. Evan Rachel Wood ist als liebenswerter und selbstständiger Teenager ebenfalls überaus überzeugend und zeigt nach "Dreizehn" und "The Missing" erneut, dass sie zu den aussichtsreichsten Talenten in Hollywood gehört. Die beiden harmonieren nahezu perfekt und erzeugen allein durch ihr herzhaftes und überzeugendes Spiel schon die Wohlfühl-Atmosphäre, die man sich von Filmen dieser Art erhofft.
Regisseur Mike Cahill trägt aber auch seinen Teil zum gelungenen Projekt "King of California" bei, indem er seine beiden brillierenden Hauptdarsteller mit einer gelungenen Umsetzung unterstützt und mit einer stilsicheren Arbeit auf die Leinwand bringt. Die Musik ist die ganze Zeit über ziemlich heiter und unterstreicht somit die behagliche Atmosphäre. Das Erzähltempo hält er die ganze Zeit über sehr hoch, sodass der Film von Anfang bis Ende bestens unterhält, aber dennoch zu keinem Zeitpunkt gehetzt wirkt. Außerdem erweist es sich als überaus glückliche Idee, während des Films durch die Erinnerungen von Evan Rachel Wood diverse Rückblenden zu bringen, die die Emotionalität des Films noch einmal erhöhen. Die ganze Zeit über baut Cahill geschickt Dramatik auf, die er beim gelungenen und überraschenden Finale hervorragend entlädt. Die Gags dosiert er genau richtig, sodass es in regelmäßigen Abständen ein paar Lacher gibt, dabei übertreibt er es aber nicht, womit der Film einen gewissen Ernst wahren kann. Damit liefert Cahill ein rundum gelungenes Regie-Debüt.
Die Story tritt bei dieser gelungenen Umsetzung und den guten darstellerischen Leistungen in den Hintergrund, was im Großen und Ganzen auch gut so ist, da sie zu unwahrscheinlich und unrealistisch ist, um wirklich überzeugen zu können. Im Mittelpunkt der Handlung steht dabei natürlich die Vater-Tochter-Beziehung von Douglas und Wood, die aus mehreren Perspektiven und durch mehrere Rückblenden sehr ausführlich behandelt wird. Ganz so vielschichtig, wie man es sich erhofft hätte, wird der Film dabei jedoch nicht, da das Hauptaugenmerk eine möglichst emotionale und nicht eine möglichst präzise Darstellung dieses Verhältnisses ist. Und auch die Charakterkonstruktion an sich ist etwas zu skurril geraten, um wirklich überzeugen zu können. Die Schatzsuche ist eher mäßig spannend, nimmt aber am Ende eine unverhoffte Wendung und ist ebenfalls zu unrealistisch. Dafür macht die Story durch einige innovative Ideen, die sich jeglichen Stereotypen entziehen einiges an Boden gut und ist somit alles in allem solide.
Fazit:
Mit 2 überaus emotionalen und bewegenden schauspielerischen Darbietungen von Michael Douglas und Evan Rachel Wood und einer dazu passenden, wohltuenden und behaglichen Umsetzung und einer Brise Humor ist "King of California" ein gelungener und empfehlenswerter Wohlfühlfilm, bei dem lediglich die etwas übertriebene und skurrile Story zwischenzeitlich ein bisschen nervt.
77%