Katzen können auch lästig sein, wie dieser südafrikanische Beitrag beweist. Denn endlich werden nach dem „Geist und die Dunkelheit“ mal wieder Löwen auf den Tierhorrorfreund losgelassen. Storytechnisch bietet das zwar nichts anderes als „Cujo“ in Afrika, nur eben mit großen Raubkatzen, doch die sorgen in ihrer Echtheit für so manchen Nervenkitzel.
Aber wie geraten drei Personen ins Visier von hungrigen Löwen in der Savanne, in einem Safari-Jeep kauernd?
Es war wohl Dads Idee, Kinder und neue Stiefmutter während eines Arbeitsprojektes einander näher zu bringen, da vor allem Tochter Jess stark genervt auf Mutterersatz Amy reagiert.
Also setzt man die drei in einen Jeep, überlässt einem Ranger die Freizeitgestaltung und führt indes seine Arbeit am Bau eines Staudammes fort.
Doch während der Expedition muss der Kleine mal Groß, ein Löwe taucht auf, der bewachende Ranger wird gerissen und letztlich ist man in der menschenleeren Weite auf sich allein gestellt.
Und prompt schleichen sich fast minütlich Logikfehler und Unwahrscheinlichkeiten ein.
Nehmen wir mal hin, dass eine Safari nicht in der Kolonne stattfindet und sich nur ein einzelner Jeep auf den Weg macht, so ist es doch fraglich, warum es denn in Afrika noch keine Funkgeräte gibt und weshalb man an einem überaus heißen Tag nur eine halbe Flasche Wasser für vier Personen mitführt.
Darüber hinaus dauert es auch reichlich lange, bis die Ausflügler vermisst werden und Dad ein paar Hebel in Gang setzt, um einen erfahrenen Großwildjäger zur Suche zu animieren.
Indes ist das Geschehen voll auf die drei im Jeep gefangenen Personen gerichtet, wobei man die zickige Tochter zu Beginn am liebsten möglichst bald unter den Pranken der Beutetiere gesehen hätte, was sich im Verlauf jedoch ändert.
Beziehungen untereinander werden allerdings nur am Rande gestreift, da hierfür selten Zeit ist, weil die Löwen jederzeit angreifen könnten.
Nachdem der Ranger auf recht eindrucksvoll derbe Art das Zeitliche segnet, stellt sich die Frage, zu welchem Zeitpunkt man den Wagen verlassen kann, wie man an den Zündschlüssel kommt, der am zweiten Morgen in der Sonne blinkt und womit man den Durst stillen könnte, denn nach einem kräftigen Gewitter-Regen ist wieder glühende Hitze angesagt.
So tauchen im Verlauf noch zwei Wilderer auf, denen man auch nicht ohne Vorbehalt trauen kann, ein Löwe steigt aufs Dach, ein anderer zerstört eine Scheibe, ein Helikopter fliegt vorbei, woraufhin man hysterisch aussteigt und hinterher ruft, während Dad und Großwildjäger den Ausharrenden ein Stück näher kommen.
Gegen Ende kommt man auf die Idee, dass Feuerzeug und offener Benzintank eine Alternative zur Gegenwehr darstellen könnten.
Eindrucksvoll gestaltet sich aber nicht zuletzt die in goldgelben Tönen eingefangene Naturkulisse, von der die Kamera auch mal variable Momentaufnahmen einfängt.
Hinzu kommen ansprechende Tieraufnahmen, die die harten Gesetze der Natur unterstreichen, etwa, wenn im Intro ein paar Löwen ein Zebra zerlegen oder Hyänen über blutige Kadaver zu finden sind.
Im Mittelpunkt stehen natürlich die lauernden und angreifenden Löwen, die in nur ganz wenigen Momenten durch CGI ersetzt werden.
Ihre Kraft und Anmut werden wirkungsvoll in Szene gesetzt, ein Beute-Sprung wird in Zeitlupe festgehalten, nur bei den Angriffen auf Personen herrscht ein hektisches Schnittgewitter vor, damit man nicht merkt, dass hier (wahrscheinlich) niemand zu Schaden kommt. Aber allein die gelungenen Aufnahmen der unberechenbaren Großkatzen verdienen Respekt: Wunderschöne Tiere, aber in der Situation der drei Hauptfiguren möchte man gewiss nicht stecken.
Und so ist es ein simples Spiel, ein oder mehrere Killer-Tiere auf Personen in desolatem Zustand loszulassen, was im Gesamtbild zwar keinen Extrapunkt für Originalität bringt, auch nicht für die allenfalls brauchbaren Darsteller, doch aber für den Spannungsgehalt.
Denn im Tierhorrorbereich hat man es sich in letzter Zeit zu leicht gemacht, oft auch Budget bedingt, vielleicht auch aus Faulheit, keine echten Killer-Tiere zu filmen.
Hiermit trifft man den Kern des Genres: Angst, Hilflosigkeit und mittendrin eine spürbar echte Bedrohung.
Eingefleischte Genrefans können ergo mit kurzweiliger und phasenweise recht spannender Unterhaltung rechnen.
7 von 10