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Für ein experimentelles Videoprojekt werden fünf junge Leute in ein Haus eingeladen, darunter auch Kyra, die schüchterne Künstlerin. Statt eine lockere "Big Brother" Zeit zu verbringen, hat sie als erstes Halluzinationen wie aus ihren dämonischen Zeichnungen entsprungen, kurz darauf kommt es zu einem blutigen Todesfall. Das Haus wird von außen hermetisch abgeriegelt, schnell ist die ausgelassene Stimmung hinüber, da der nervigen Quasselstrippe der Gruppe die Eingeweide heraushängen. Die vier übrig gebliebenen Gefangenen wähnen sich in einem Snufffilm, in Zeiten von Blindgängern wie "Voyeur.com" oder "Halloween: Resurrection" wäre das nichts besonderes. Doch statt wie ein üblicher Teenie-Horror-Streifen verläuft "Kolobos" ein wenig anders, die Visionen von den gesichtslosen Personen sind schön gruselig und die Morde sind rüde in Szene gesetzt. Nicht nur wenn sich der Dämon im Fernsehen die Hautfetzen vom Gesicht zieht freut sich der Gorehound, mit wenigen, aber guten und deftigen Einlagen weiß der Film zu schocken. An die Logik darf man wiederum keine großen Ansprüche stellen, sowohl die finale Auflösung ist etwas verwirrend, als auch die Handlungsweise der Teenies, die scheinbar orientierungslos agieren, ohne dass man nun auf panische Angst plädieren könnte. Dennoch schafft es das unbekannte Regie-Duo, spannende Unterhaltung zu fabrizieren, der Zuschauer bleibt geschickt im Ungewissen, woher z.B. die tödlichen Fallen im Haus stammen. Die Gefahr kann scheinbar in jeder Ecke lauern und die Blutrünstigkeit, mit der die Teenies um jene gebracht werden, spielen in der Oberliga mit. Der Titel weist nicht umsonst darauf hin, dass es sich um Verstümmelungen dreht. In wieweit die Idee funktioniert, durch solche Dämonen in einer Person durch Zerstörungsfantasien etwas Schönes zu schaffen, muss jeder selbst entscheiden, letztlich ist "Kolobos" ein sehenswerter Horrorfilm, der über genügend Schreckens- und Schockmomente verfügt, um atmosphärisch zu funktionieren. Während der Score noch ganz nett ist, nimmt die deutsche Synchro der albtraumhaften Atmosphäre leider etwas weg. Wer die Möglichkeit hat, sollte den Originalton vorziehen. Das macht die Darsteller allerdings auch nicht besser, die sind entsprechend ihren Rollen aber zumindest akzeptabel. Selbstironisches Highlight ist die Figur einer Nachwuchsdarstellerin, die ihre wunderbar schlechten Horrorfilme der entsetzt-gelangweilten Meute präsentiert.

Fazit: Wozu sind Horrorfilme da? Um den Zuschauer entsetzt in den Sessel zu pressen, mit düsterer Atmosphäre oder brutaler Gewalt zu unterhalten. Von alledem hat dieser Streifen etwas, voilà. 6/10 Punkten

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