Fünf junge Menschen kommen in einem Haus zusammen, wo sie von der Außenwelt abgeschlossen von Kameras gefilmt werden, doch bald verringert sich die Anzahl der Projektteilnehmer, denn ein Mörder treibt sein Unwesen in dem Gemäuer.
Wenn man die kurze Zusammenfassung liest, könnte man meinen, dass es sich bei "Kolobos" um einen der üblichen Slasher nach Schema F handelt, doch damit würde man dem Film Unrecht tun, denn er hebt sich von den ideenlosen Schlachterstreifen inhaltlich ab.
Anfangs deutet alles auf das typische "10 kleine Negerlein"-Prinzip hin. Eine junge Frau wird schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert und es folgen ihre vorherigen Erlebnisse in Form eines Rückblicks. Hier lernen wir die jungen Leute kennen, die auf Grund einer Zeitungsannonce in dem kameraüberwachten Haus zusammentreffen. Bei den fünf Teilnehmern dieses "Big Brother"-artigen Projektes handelt es sich um unterschiedliche Charaktere. Da hätten wir die Künsterlerin Kyra, welche auch die Person ist, die zu Beginn des Films im Krankenhaus landet, recht zurückhaltend ist und mit psychischen Problemchen zu kämpfen hat, eine überdrehte Imbissangestellte, den freakigen Spaßmacher, den intelligenten Theoretiker und eine Schauspielerin, die bisher nur in kleinen Produktionen wie der "Schlachthaus Faktor" -Reihe mitwirkte und sich nun den großen Durchbruch erhofft.
Die Figuren funktionieren recht gut und es ist kein extremer Nerver dabei, dem man den Tod unbedingt an den Hals wünscht. Die darstellerischen Leistungen bewegen sich im befriedigenden Bereich, wobei die Hauptakteure mir allesamt unbekannt sind, was auf Grund der Semi-Professionalität des Film nicht weiter verwunderlich ist.
Soweit so, so gut. Wenn der Killer dann beginnt, die Gruppe zu dezimieren, wird man immer mehr mit dem Innenleben von Kyra vertraut gemacht. Sie hat mit Halluzinationen zu kämpfen, welche man ebenfalls immer wieder zu Gesicht bekommt, was dem Ganzen einen surrealen Touch verleiht. Sowieso ist das Geschehen optisch sehr gelungen in Szene gesetzt. Okay, dass die Macher Dario Argentos "Suspiria" mehr als einmal geschaut haben, sieht man dem Film an, denn die Farbspielereien werden hier ähnlich stark eingesetzt, wobei man die Qualität des italienischen Großmeisters natürlich nicht erreicht. Auch die Anfangs- und Schlussmusik weist frappierende Ähnlichkeit mit dem Hauptthema aus besagtem Meisterwerk auf. Die Melodien im Verlauf des Film sind ebenfalls ziemlich stimmig und stützen die gelungene Atmosphäre.
Kommen wir zu Morden, welche nicht besonders zahlreich sind. Bei diesen sind die Vorbilder, die den Machern vorschwebten, ebenfalls offensichtlich. So werden unter anderem die Splitter-im-Auge-Szene von Lucio Fulci und die Zähne-gegen-Kante-Szene aus "Rosso - Die Farbe des Todes" munter kopiert ohne natürlich auch hier die Qualität der Kultfilme zu erreichen.
Insgesamt ist "Kolobos" ein ungewöhnlicher Slasher, der optisch sehr gelungen ist, inhaltlich ein paar Überraschungen bereit hält und zugleich nicht immer ganz einfach zu verstehen ist, mit dem man unterm Strich aber, wenn man kein Gemetzel ala "Freitag der 13." erwartet und mit der halbprofessionellen Machart klar kommt, durchaus zufrieden sein darf.