An dem mit größten Star und somit auch rückwirkend personellen Aushängeschild der Shaw Brothers (HK) Limited, Ti Lung, lässt sich im Nachhinein auch am Besten der damalige Schaffenskrise in Bezug auf Produktion und Distribution und das zwischenzeitige Aus Mitte der Achtziger beobachten. Zwar immer noch vergleichsweise aktiv, und mit gänzlich unterschiedlichen Arbeiten um die Gunst des neu hinzukommenden Publikums bzw. dem veränderten Bedarf und Angebot der Konkurrenz streitend, ließen sich sämtliche Versuche als Scheitern zwischen Tradition und Moderne bezeichnen. Seltsame Auswüchse des Misslingens am zeitgenössischen Geschmack, wobei die Werke gerade ad hoc und ex tunc die in Anbetracht zum vorherigen Maßstab weit interessantere Wirkung in sich, und teils obskure Gedanken und Impressionen haben. Das gilt für die Geister-Familienkomödie A Friend from Inner Space (1984), den billigen Wuxia The Hidden Power of the Dragon Sabre (1984), und das späte Martial Arts Sequel The Master Strikes Back (1985) genauso wie für Destiny's Champion (1984); der zwar von Kritik verschont, aber dafür komplett unter den Radar und bis 1997 (nicht gänzlich zu Unrecht) in den Giftschrank geriet:
Der junge Lastwagenfahrer Tang Yao-hua [ Cheung Hing-lung ] darf sich gerade einer ausgemachten Pechsträhne erfreuen, als er den in Ehren ergrauten Seemann A.D. Benson Zhang [ Ti Lung ] über dem Weg läuft. Nicht nur, dass Tang wegen andauernder Geschwindigkeitsübertretungen und anderen verkehrsstörenden Verhalten mehr Bußgelder abdrückt, als sein Lohn hergibt, auch hat er sich ausgerechnet in Eva [ Leung Yuen-jing ], die Freundin seines Arbeitsgebers Dickson Shi Zhen-ming [ Law Yun-ping ] verliebt. Dem Rat des Älteren, nach Höherem zu streben folgend, versucht der Heißsporn trotzdem sein Glück bei der Holden, was ihm erst Schikanen des Vorarbeiters Lu Guan-ting [ Cheng Kei-Ying ], mehrere Warnungen des kampfsporterprobten Dickson und bald die Kündigung einbringt. Als die Erregung zwischen den beiden Streithähnen weiter hochkocht und gefährliche Züge annimmt, arrangiert Benson ein free fighting KickBoxduell, wofür er drei Monate Zeit hat, sein unerfahrenen Zögling mit Hilfe des Freundes Big Head Tung [ Jamie Luk ] und des Trainers Uncle Ha [ Hsu Hsia ] auszubilden. Währenddessen schwört der bisherige Champion Dickson auf seinen Master Chow [ Fong Yau ] samt Anleiter [ Pomson Shi ].
Der Alias Old Man and the Kid gibt das Wesentliche der Handlungszüge ungeachtet aller Widrigkeiten bereits an und vor, geht es doch in der Kulisse der aufbrechenden Achtziger Jahre Großstadt weniger um die Beziehung zwischen Mann und Frau, die sowieso alles Andere als glaubhaft wirkt, als vielmehr die zwischen einem Mann reifen Alters und Wissens und dem eines davon noch verschonten. Die Ti Lung - Rolle schwankt dabei ehedem zwischen der Funktion eines Großen Bruders, eines Vaterersatzes und auch dem eines Erfahrenen Liebhabers, nimmt er den zwar schon Herangewachsenen, aber intellektuell und moralisch absolut nicht Gefestigten doch in allen Belangen des Lebens unter die schützenden Fittiche. Sei es beruflich, sei es privat, ob auf der Arbeit, den Gefühlen und dem Wesen. Mit Samt-, Fehdehandschuh und Brechstange.
Ti Lung, der hier mit grauen Haar und Schläfen auf noch zusätzliche Betagtheit mit der Aura von Lebensherbst getrimmt wurde, stellt dabei auch die große Unbekannte in der Erzählung und gleichzeitig die Konstante dar. Sinn und Zweck seines Bemühens, sowie Herkunft und Vorgeschichte bleiben nahezu komplett unbenannt, seine Anstellung auch mehr verbal aktiv und physisch passiv, hält er sich mit Taten aus dem Geschehen heraus und nur mit begleitenden Kommentaren zwischen Aufklärung und Sermon agil. In der Obliegenheit (und zum Zwecke des Marketings) deutlich, in der Aktivität begrenzt, so dass die Handlung auf ein Dreiecksverhältnis der amourösen, der komplizierten und da antreibenden Art fällt. So im Grunde ein Liebes- und Leidensdrama mit ganz wenigen Actionszenen; ein sprichwörtliches, aber später an eine andere Inszenierung vergebendes Rocky's Love Affairs (1985) im damals vorherrschenden Fitnesswahn, in dem um die Gunst der Frau erst gestritten und gezankt, provoziert und intrigiert, und schließlich im Boxring gekämpft wird. Das ist sowohl als auch Kitsch, mit Groschenheftromantik und ebensolcher Tragik, oftmals schlecht geschrieben und nicht nur von den drei jungen Debütanten schlecht gespielt, findet aber seine ganz eigene Institution in der Nachbetrachtung einer sich wandelnden Zeit und der blue collar Mentalität. So zweifeln die Formulierungen des eigentlich überaus erfahrenen Regisseurs Sun Chung zwischen Sentimentalität, Einfalt, Peinlichkeit, obskurer Halbseidenheit und teilweiser trotzdem oder auch gerade deswegen (wenn auch selten) erstaunlicher Treffsicherheit, die mit Makeln behaftet dennoch zielstrebiger als die sonstig gebotene Perfektion und mit der geheimen Kraft der Simplizität offenbart.
Wunder wirkt der Blick auf die beiden Kontrahenten, von denen der Protagonist als hasenfüßiges, oft schlichtweg ungebildetes Großmaul (mit immerhin bewundernswerter Beharrlichkeit und dem trüben Blick für Risiken) trotz seiner Chupze oft wesentlich unausstehlicher als sein ausgebotener Antagonist scheint. Dieser Verzicht auf eine Gut - Böse - Strukturierung setzt sich auch durchgängig fort, kommt der niederträchtigste Angriff, eine zwischen Mordlust und Verzweiflung schwankende und hinterrücks ausgeführte Attacke vom "Heroen" Tang selber, auch wenn der sich dort in die Ecke gedrängt fühlt, und ist selbst das Objekt der Begierde in ihrem zweigleisig fahrenden Affront kein Sympath, sondern eher die Distanzierung. Das grelle, hier auch mit Synthesizer- und Discosoundtrack auf die Lautstärke unterstrichene Achtziger Jahre Gehabe ist oftmals eine Pein für sich, die behauptete Emotionalität (willkommen) verfehlt bis unschicklich nichtig bis tatsächlich anrührend naiv.