Review

Johannes "Schinderhannes" Bückler bestiehlt die Reichen und lehnt sich gegen die Franzosen auf, doch eigentlich will er mit seinen Leuten nur ordentlich leben. Doch der Druck der Obrigkeit wächst zunehmend, die Guillotine wartet.


Der reale Schinderhannes war ein Bandit und Räuber, ein Vieh- und Pferdedieb, der mit ständig wechselnden Kumpanen seine Verbrechen verübt hat und im November 1803 zusammen mit 19 Kumpanen sein Ende unter dem Fallbeil fand. Schon zu Lebzeiten erschienen Biografien, die ihn überhöhten und kaum ein wahres Wort enthielten, sowie Lieder, und die Legendenbildung nahm ihren Lauf.

Wie schon der Film von 1928 basiert auch diese Version frei auf dem Bühnenstück von Carl Zuckmayer, der zu beiden Filmen auch das Drehbuch beisteuerte. Auch hier wird die verklärte Version eines deutschen Robin Hoods zelebriert und sogar ein paar echte Stationen, Menschen und Taten in die Geschichte eingebaut, nur meist nicht wirklich der Wahrheit entsprechend.


Wie bei der Besetzung mit Maria Schell, Curd Jürgens, Christian Wolff, Siegfried Lowitz und Carl Lange nicht anders zu erwarten, ist das Stück gut gespielt und außerdem hervorragend ausgestattet. Curd Jürgens dominiert den Film mit seiner Präsenz, als wäre das alles für ihn nur eine Fingerübung und das, obgleich der Film komplett in örtlichem Hunsrück-Dialekt gesprochen wird, was ihn zum Teil leider auch etwas schwer verständlich macht. Der allgemeinen Geschichte kann man natürlich zu jeder Zeit problemlos folgen.

Leider krankt der Film etwas an der Länge von fast 2h, denn er zieht sich doch arg. Das wäre kein Thema, wenn man denn emotional etwas mehr Verbindung zum Schinderhannes aufbauen könnte, doch trotz Jürgens gutem Spiel mag das nicht recht gelingen. Das mag vielleicht daran liegen, dass das alles etwas fahrig wirkt, ein klarer roter Faden fehlt und abgesehen von den Einflüssen Napoleons die Hintergründe eher wenig Beachtung finden. Bückler ist mal hier mal da, aber das wirkt viel zu oft nicht aus einem Guss.

So überrascht es wenig, dass das dramatische Ende trotz Judas-Figur, die es an entsprechender Stelle in der Historie nicht gab, recht kalt lässt.


Durchschnittlicher, etwas zäher historisch angehauchter Banditenfilm mit deutschem Robin Hood. Gesprochen in regionalem Dialekt. Kann man sehen, ist aber kein Pflichtprogramm.

Details
Ähnliche Filme