Sportreporter Jack Kernan (Josh Hartnett, Black Hawk Down, 30 Days of Night), eher durch den Ruhm seines verstorbenen Vaters ein sehr erfolgreicher seiner Zunft, glaubt den Coup seines Lebens aufgetan zu haben. Bei einem nächtlichen Übergriff auf eine junge Frau, eilt ein Obdachloser schwarzer (Samuel L. Jackson, Pulp Fiction, Jumper) zur Hilfe, und bezieht ordentlich prügel. Kernan, welcher in der Nähe ist und zur Hilfe kommt, wird eine schier unglaubliche Geschichte aufgetischt. Der Landstreicher behauptet der ehemalige, längst totgeglaubte Box-Champ Bob Satterfield zu sein. Erik glaubt die Geschichte und veröffentlicht die Lebensgeschichte des angeblichen Satterfield. Allerdings sind seine Recherchen bezüglich des "Champs" recht ungenau, somit passiert das, was sich nicht vermeiden lässt. Kernan blüht nun jede Menge Ärger.
Die Story klingt zunächst recht vielversprechend. Auch die Darsteller Hartnett/Jackson könnten eigentlich dazu verleiten, ein darstellerisch starkes Drama erblicken zu können. Außer Samuel L. Jackson, welcher wirklich beeindruckend agiert, eröffnet sich jedoch ein Ballon voller heißer Luft. Hartnett performed mal wieder mit der für ihn nötigen offensichtlichen Unlust. Mag sein, das es an seinem immer wieder nichtssagenden Gesichtsausdruck liegt. Hartnett vermag zudem in keiner Minute den Charakter Kernan's richtig Glaubwürdig darzustellen. Dafür Jackson umso mehr.
Samuel L. Jackson wurde, ähnlich wie in "Caveman's Valentine", mal wieder ordentlich älter und abgehalfterter gemacht. Sieht teils recht morbide aus, aber passt zum Gesamteindruck.
Die zum Ende hochkochende Moralinkeule stört da wesentlich mehr. Darüber kann man geteilter Meinung sein, aber da hat Regisseur Rod Lurie etwas zuviel auf die Schippe gepackt. Das Ende ist nur teilweise befriedigend. Wie die Lügengeschichte ausgeht, kann man sich zwar schon recht früh denken, aber was Kernan angeht, so hätte ich doch gern ein wenig mehr erfahren.
FAZIT:
"The Champ" funktioniert als Drama nur teilweise. Samuel L. Jackson spielt den Obdachlosen vortrefflich, Hartnett versagt als Hauptdarsteller mal wieder völlig. Das ist definitiv zu wenig für einen Film, der mehr sein will, als er letztendlich ist.
4,5/10